Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 3 (1840)
- Issue
- 9 (9.1840)
- Date
- 1840-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Stand der Dinge im Morgrnlande. Ig> Weg vertreten. Denn die seit längerer Zeit gemachten, und in vergrößertem Maßstabe fortdauernden Rüstungen der Russen, und die Bewegung ihrer Heere nach dem Sü» den, lassen keinen andern Zweck vermuthen. Auch die Pforte ihrerseits wird durch ein Vorrückcn ihres Heeres zu Lande Mitwirken. — Doch hier berühren wir die Zu» kunft und den Schleier, der sie deckt. Mehemed Ali machte in der letzten Zeit angestrengte Versuche, die Pforte zu bewegen, daß sie mit ihm in Güte sich abftnde. ES würde durch einen solchen unmit» telbaren Vergleich zwischen dem Sultan und seinem re» bellischcn Pascha das Einschreiten der vier Mächte nutzlos geworden sein, und Frankreich, welches hauptsächlich diese Friedensversuche betrieb, hätte die Freude gehabt, die orientalischen Angelegenheiten durch seine Vermittlung und nach seinen Wünschen beigelegt und geordnet zu sehen. Von der Mitte des Juni bis in die Mitte deS Juli verweilte ein ägyptischer Abgeordneter, Sami Bey, in Konstantinopcl und machte der Pforte verschiedene Anerbietungen im Namen Mehemed Ali's, unter denen die hauptsächlichste die Rückgabe der Flotte betraf. Redschid Pascha erklärte aber seitens der Pforte, daß letztere, auf die großen Mächte gestützt, keinerlei Vorschlägen ihr Ohr leihe. Unverrichteter Sache kehrte Sami Bey nach Aegypten zurück. Fraukreich drang aber weiter in Mehemed Ali, er möge auch in Hinsicht auf die Gränzen dem Sultan nachgiebigere Vorschläge machen. Hiezu wollte sich jedoch der Vicekönig nicht verstehen, und inzwischen wurde der oben erwähnte Viermächtevertrag bekannt. Bei alle dem kann man nicht sagen, daß Mehemed Ali seine Lage und deren Gefährlichkeit nicht einsehc. Um seine Streitkräfte in Syrien und Aegypten zu verstärken hat er rin Opfer gebracht, das seiner Habsucht,