Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 3 (1840)
- Issue
- 9 (9.1840)
- Date
- 1840-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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280 Stand der Dinge im Morgenland«. So entstand der, von den Botschaftern der großen Machte in London am IS. Juli dieses Jahres Unterzeichnete Vertrag. Er heißt die Quadrupel-Allianz, oder der Viermächtevertrag, weil ihn die vier Mächte: England, Preußen, Oesterreich und Rußland, mit Zuziehung eines Botschafters der Pforte, zu Gunsten dieser letzter» abgeschlossen haben. Seine Grundlage bildet die schon im vorigen Jahre abgegebene Zusage, wonach die Integrität und Unabhängigkeit der Pforte garantirt wird. Seine Bestimmungen, so weit sie bekannt sind, führen darauf hin, daß Mehemed Ali auf seine Statthalterschaft Aegypten beschränkt wird. Im besten Falle konnte er noch von Palästina, das ehemalige Judäa und Samarien bei« behalten; doch dieses nur unter der Bedingung einer gutwilligen und augenblicklichen Unterwerfung seinerseits. Da aber hieran kaum zu denken ist, so wird wahrscheinlich der Vertrag seine strenger« Bestimmungen gegen ihn kehren. Ucber dic Mittel, den Vertrag in Ausführung zu brin, gen, verlautet einstweilen so viel, daß eine englische Flotte nach der syrischen Küste abgegangen ist, an welche sich eine österreichische SchiffSabthcilung anschließt, nebst einigen türkischen Kriegsfahrzeugcn. Wird die syrische Küste blokirt, d. h. gesperrt, und kann Mehemend Ali von Aegypten aus den Verkehr mit Ibrahim Pascha und dessen Heere in Syrien nicht mehr zu Wasser, sondern blos noch zu Lande auf dem beschwerlichen Wege durch die Wüste unterhalten, so ist — zumal bei der aufgereizten, feindlichen Stimmung der syrischen Bevölkerungen, nicht an, dcrs zu erwarten, als daß die ägyptischen Truppen Syrien und Palästina räumen müsse». Sollte Ibrahim um sich aus der Schwierigkeit zu ziehen, den Versuch wagen, in Kleinasien cinzufallen und auf Kostantinopel vorzu« rücken, so würde ihm wahrscheinlich rin russisches Heer den