Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 3 (1840)
- Issue
- 9 (9.1840)
- Date
- 1840-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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ras Griechisch« Schilderungen. daß ich gerne eine Taufhandlung gesehen hätte, aber bereit sei, mich fortzubegeben, wenn man es wünsche, oder meine Gegenwart störend sei. Das war jedoch nicht der Fall. Man warte nur, erhielt ich zur Antwort, bis das Taufbecken aus einer andern Kirche her« bcigeholt sei, woselbst man sich dessen eben jetzt bediene. Wie eS scheint haben also mehrere Kirchen ein Taufbecken gemeinschaftlich. Daran mag nun Armnth oder Nachlässigkeit oder Gleichgültigkeit Schuld sein, genug, es ist eine Thatsache. — Ich wartete einige Zeit, da aber immer noch kein Taufbecken kam, mußte ich die Kirche verlassen, ohne das Ende der Eerenionie abwar« ten zu können. Noch muß ich Ihnen ein Fest beschreiben, dem ich Gelegenheit hatte beizuwohnen, und das Sie gewiß gerne mit angesehen hätten. Es war diefi das Fest, womit die großen Fasten begonnen werden, welche sechs Wochen hindurch bis Ostern dauern. ES war ein überaus schöner Tag, wie für solch ein Fest nur zu wünschen war. Während deS ganzen Vormittags schon strömte das Volk zur Stadt (Athen) hinaus den Säulen des alten IupitertempelS zu. Alle waren mehr oder weniger mit Lebensmitteln bepackt, um den ganzen Tag unter freiem Himmel festlich und vergnügt zubringen zn können. Um ein Uhr begab ich mich in Gesellschaft einiger jungen Griechen an den Ort, der nach allen Richtungen hin mit Menschen besetzt war. In Gruppen von vier, sechs bis zwölf Personen jedes Geschlechts und Altelö saßen sic auf dem Gras, wie Bekanntschaft oder Verwandtschaft sic zusammcubrachte. Jede Gruppe hatte ein Tuch zwiscbrn sich ausgebreitet, das mit Brod, Salz, Wein und