Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 3 (1840)
- Issue
- 9 (9.1840)
- Date
- 1840-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Griechische Schilderungen. 259 gründliche Kenntnisse, als blos um Lebensbildung zu thun war, begaben sich nach Deutschland, oder nach England, andere nach Italien; selbst nach Rußland wurden man« che geschickt, je nach den Verhältnissen, oder dem Gutfinden ihrer Eltern; denn höhere Schulen gab es in ih-" rem eigenen Lande keine. Seitdem aber Griechenland ein selbstständiger Staat geworden, sühlte man das Bedürs« niß von Schulen und einer eigenen Bildungsanstalt, wodurch die großen Kosten, welche das Reisen in ferne Länder erforderte , vermieden und die Kenntnisse allgemeiner verbreitet werden konnten. In Athen wurde demnach vor wenigen Jahren eine Universität inctvemarq- //f/ov) gegründet, und zwar mehr nach Art der dcut. scheu, als der französischen Akademie». Viele auswärts gebildete Griechen wurden als Profeffören angestellt; in mehrern Fächern, namentlich solchen, die in Deutschland vorzugsweise blühen, wurden die Lehrstühle mit deutschen Gelehrten besetzt. Unter den jetzt angestellten 35 Professoren sind acht Deutsche *). Von allen Fakultäten ist die theologische aus mehrern Ursachen am schwächsten besetzt. Sie zählt nur zwei Professoren, den Herrn Archimandriten Misail ApostolidiS und Herrn K. Kontogonis. Beide, in Deutschland gebildet, haben manche schätzbare Kenntnisse in ihre Heimath zurückgebracht, und sind von dem löblichsten Eifer beseelt, ihre Zöglinge in die Wissenschaft cinzuführen und dann zu fördern. Der erstere, Herr ApostolidiS, ist ein gebildeter, feiner Mann von großer Weltkcnntniß und entschiedener Frömmigkeit. Er lelsrt die systematische Theo« *) Ihre Namen sink: C. Herzog: L. Roß; G. Feder (testen Brüter, ein tüchtiger Otiicier, Gouverneur der Maina ist); v. Fraa«; G. Wilken; C. Treiber, Gtaabsarzt; <2. Ufr rich; 3f. Lauterer.