Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 3 (1840)
- Issue
- 8 (8.1840)
- Date
- 1840-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Oi« Jude» und ihr Vaterland. 343 rael allein die Hände i» den Schooß legen!? — Die Ereignisse im Orient sind der Finger des-^HErrn; dort eröffnet sich uns eine Wirksamkeit, dort wird sich unser Schicksal entscheiden! Oder, wozu anders hätten wir mitten unter den nordischen sprach- und stammfremden Völkern, so manches Jahrhundert hindurch bis auf den heutigen Tag unsere heimathlichen Sitten und Gebräuche, unsere Sprache und Religion so unverzagt gegen alle Stürmt gewahrt, als um, durch eine ärmliche Emancipotion angelockt, in ein Nichts anfzugehen? AuS Erbarmen, oder habsüchtiger Spekulation wirft man unS nach unendlichem Petitioniren einige auf allen Seiten beschnittene Vergünstigungen zu. Wer istS am Ende, dessen Gnade wir solch magere Gaben zu verdanken haben? Dem Volke, das nie anders als mit höhnischem Auge uns als Nachbarn duldet? — Beim Volke und seinen Wortführern sind wir heute noch eben so angefeindet, alS irgend einmal. Sehet in die Staaten, wo das demokratische Element das Ucbergewicht hat; Haß und Verachtung, aber kein Wohlwollen! — Als Fremdlinge werden wir geduldet, nirgends gesucht, nirgends geliebt. Die Verschiedenheit des semitisch-südlichen UrstammeS von den blonden Abkömmlingen deS Nordens ist zu unvertilgbar in Körper und Seele gezeichnet, als daß je eine Ausgleichung möglich wäre. Wir sind keine Deutschen, keine Slaven, auch nicht Welsche oder Griechen, wir sind die Kinder Israels, Stammverwandte der Araber, welche ihre ruhmbedeckten Waffen vom Kaukasus bis an die Säulen des Herknles getragen. — DaS Gast, recht bei fremden Völkern in Anspruch zu nehmen, zwang »ns unsägliches Unglück, gber nicht ewig sollen wir, nnter ihre Füße getreten, desheiligen Namens — Vaterland — entbehren».