Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 3 (1840)
- Issue
- 5 (5.1840)
- Date
- 1840-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
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Hl Udxr di« Ofoibmiaf M 3o|4MH. Apokalypse eine poetische Arbeit auden Zeit«« de- Ur* christenchu«-. Der Verfasser hat darin die Leide«, Kämpfe und Verfolgungen der Kirche geschildert und de« endlichen Sieg der Wahrheit in Au-sicht gestellt. Sein Zweck ist, die Gedrückten und Zaghaften zu ermuthigen, und die arme«, verfolgten Christen zu au-dauernder Standhaftigkeit zu ermnntern durch den Blick auf rin herrliche- Ziel. U« diese Wirkung desto besser zu erreichen, hat er die Einkleidung gewählt in der seiu Buch vor «nliegt; er gibt seine Tröstungen und Ermahuuu« gen unter prophetischen Bildern, und hüllt die Hosftiun, gen, die er aufachen will, in da- Gewand von Gesichte« und Offenbarungen. Hiebei versteht esich von selbst, daseine Erzählung von stattgehabten Mittheilungen auder unsichtbaren Welt nicht kann buchstäblich alwahr angenommen werden; seine Versicherung, darr eine »Offenbarung Jesu Ehristi» schreibe, ist, bei aller seiuer guten Absicht, «n unwahre- Wort, uud der feierlich« Schlu- Eap. 22, 16—21. ist nur so augelegt depoetisch-rhetorischen Effectehalbe«. Rach dieser Ansicht wäre die Apokalypse eigentlich nur eine poetische Apokryphe, und «an «ü-te rachen, sie ebensowohl, ja noch eher, auder Bibel künftighin «egzulaffen, aldie englischen Bibelgesellschaften die alt« testameuttiche« Apokryphen au-geschieden haben, weil — jene Ansicht alrichtig angenommeu — der Schaden, den die Beibchaltung der Apokalypse stiftete, ungleich grö-er wäre, albei jenen alttestamentlichen Büchern, die Jedermann al- Apokryphe«, kennt. Bon einer Widerlegung dieser Ansicht kan« aber hier nicht die Rede sein, denn dir Frage umfa-t die gauze Bibel. Wer da glaubt, der Verfasser der Apokalypse habe die feierlichsten Au-sagen gethan, ohne daß sie ei.