Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 3 (1840)
- Issue
- 1 (1.1840)
- Date
- 1840-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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3 Da« Keiligthum. dort gegebene Auseinandersetzung zu verweisen, und bemerken hier nur, daß in Beziehung auf das Heiligthum und seine Geräthe wir sowohl der Kurze als der Klarheit wegen vorzichen, die typische und die symbolische Bedeutung derselben nicht eine von verändern zu trennen, sondern sie zusammengefaßt miteinander zu betrachten. Unsere jetzige Aufgabe ist daher, die symbolisch.typische Deutung des Heiligthums und seiner Geräthe unfern Lesern darzulegen. Dabei darf nun freilich kein Ausleger es sich einfallen lassen, im Besitze der Unfehlbarkeit sich zu glauben, in dem Sinne als ob er für die Gedanken und Ansichten, die er ausspricht, eine ausschließliche Rich, tigkeit ansprechen wollte. Denn wenn er aus den alten Hei, ligthümern einen schönen Sinn herausgefunden hat, wie will er beweisen, daß nur dieser Sinn darin dürfe gefunden werde», und daß was ein Anderer Anderes findet, darum von vorneherein unrichtig sein müsse? Wir erklären daher so« gleich, daß wir ferne sind von dieser Anmaßung, und daß wenn wir das, was wir denken, unfern Lesern mittheilen, wir dabei Keinem zu nahe treten wollen, der den gleichen Gegenstand mit der gleichen forschenden Ehrerbietung betrachtet, aber in seinen Gedanken auf ein verschiedenes Resultat kommt. Das eine Licht bricht sich in verschie, denen Farben, und dieses Auge weilt vorzugsweise auf der einen, jenes auf der andern. Von einem und dem, selben hohen Schloße entwerfen verschiedene Zeichner eine möglichst getreue Ansicht; sie haben nicht den gleichen Standpunkt Igewählt und sie zeichnen verschiedene Riffe, und bilden doch alle daS gleiche Schloß ab. Sei daher unsere Auffassung auch nicht die allein-richtige, genug wenn sie nur keine un-richtige ist.