Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 12 (12.1839)
- Date
- 1839-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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384 Stand der Ving« im Mvrgentande. Um gleich die beiden äußersten Puncte zu nennen: England ist entzweit mit Ehina. Andrerseits fließt das französische Blut auf der afrikanischen Küste, und Abdel-Kader führt den --Helligen «Krieg gegen die "Götzendiener«, wie er die katholischen Christen nennt. Der Westen von Europa verzehrt sich in seinen Eingeweiden, und dir englisch-ostindische Macht wühlt mit Waffengewalt das innere Asien auf. Die Großmächte erhalten unter sich den Frieden, nur wie durch ein Wunder, und ist unter den islamitischen Herrschern die Flamme des Krieges aufgelodert, so hat die diplomatische Kunst die Feuersbrunst, welche leicht allgemein würde, sogleich erstickt, oder wenigstens niedergehalten; denn noch raucht ganz Vorderasien. Das Ernste hiebei ist, daß kein Land und kein Ercigniß jetzt mehr isolirt steht; die Bildung, der Verkehr, die allgemeinen Wcltinteressen haben über die entferntesten Welttheile ein Netz der Verbindungen gezogen, das wie' ein beseeltes Nervensystem die Erschütterungeu des Einen Allen mitthcilt und das Ganze in Mitleidenschaft zieht. Wir dürfen daher wohl sagen, daß «ein großer Tag« vor uns steht, und die Erwartungen, welche hie und da von dem Jahre 1840 gehegt werden, — mögen sie auch abergläubisch ausgedrückt sein, worüber im nächsten Hefte Näheres — sind wenigstens nicht im Widerspruche mit den bedeutungsvollen Zügen, die aus dem Angesichte des kommenden Jahres uns entgegenschauen.