Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 12 (12.1839)
- Date
- 1839-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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354 Di« Geräthe im Heiligthum. Bedeutung hatte, oder dessen innerer Sinn doch unmöglich zu erkennen gewesen sei bis auf Christus. Wir beabsichtigten dagegen jene andere Ansicht geltend zu machen, wonach die Offenbarung Gottes im mosaischen Cultus als eine wirkliche Offenbarung gefaßt wird, welche als solche nicht kann im Widerspruche stehen mit den andern, wenn gleich vollständigcrn, Mittheilungen Gottes in späterer Zeit, sondern vielmehr für diese letztem den Grundstein und Keim bildet, aus dem sie heraus sich entfalten, so daß also, die Hauptgedanken der Offenbarung Gottes an die Menschen im MosaiSmus eingehüllt licgm, wie die künftige Pflanze in ihrem Keime, wie die Blume in der Knospe. Wir entwickelte» diese unsere Ansicht näher, indem wir den Unterschied nachwiesen zwischen Symbol (Sinnbild) und Typus (Vorbild)*), und uns zu zeigen bemühten, daß den *1 «Da» Sinnbild (Symbol), sei es nun ein Zeichen, eine Handlung, ist immer etwas Sichtbares, in die Sinne fallende-. das aber nicht um sein selbst willen kasteht, sondern auf etwas anderes, nicht sichtbar Vorhandenes, Uebersinnliches hinweist. So ist 1- B. das Zeichen des Kr eures an und für sich, oder für den Wilden, eine nichtsbesagende Figur, im Ehristenthum aber hat sie eine symbolische oder sinnbildliche Bedeutung, indem sie uns an den HErrn und sein Leiden erinnert. Gewöhnlich wird da« Sinnbildliche angewentet, um religiöse Ideen ru versinnlichen, indeß findet sich auch sonst da« Sinnbild gebraucht, und so sind z. B. ineinandergeschlungene Hände ein bekanntes Symbol für Bund und Bereinigung. Es unterscheidet sich daS Sinnbild vom Worte, indem das letztere als unmittelbar« Berrichnung de« Gegenstandes rum Verstände spricht, ersteres hingegen als mittelbare« Zeichen sich an unsere Anschauung «endet.... Das Vorbild (Typus) ist ,urrst selbst ein Sinnbild, unterscheidet sich aber von diesem dadurch, daß es nicht wie das Symbol etwa« Geschehene«, Bekanntes» Vorhandene«, wenn gleich Unsichtbares, abbildet, sondern es (das Vorbild) berieht sich auf etwas Künftige«, noch Unbekannte«. Das Vorbild ist also