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Das Morgenland · 1839-11-01 · 11 (11.1839) · p. [Seite]

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Journal
Das Morgenland
Volume
2 (1839)
Issue
11 (11.1839)
Date
1839-11-01
Page
[Seite] (sequence 29)
Language
German
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yi« griechisch« Kirche. m Daerstemal, da ich in eine ihrer Kirchen trat, war es um die Zeit de- Abendgottesdienstes. Die Andachtlosigkeit, die um mich her herrschte, betrübte mich, und als ich sah und hörte, wie die Priester im Chore in Wortwechsel geriethen während die Liturgie gelesen wurde, da ergriff mich tiefe Wehmuch über daS Elend dieses Volks« und da gerade daS xvqu iUrjaor (Herr, erbar, me dich unser) ertönte, fügte ich unwillkürlich ein halblautes: Ja, Amen! bei. Die Kirchen, wie ich neulich schon erwähnt, sind klein und unansehnlich; von außen betrachtet gleichen sie ziemlich einer Gruppe niederer Thürme oder einem geringen Hause, über das ein Thurm ein wenig hervorragt. Eigentliche Glockenthürme haben sie nicht, auch keine Orgeln , und in der schönsten Kirche Athens,. der Kirche der heiligen Irene, sieht man im Schiff die Ziegel des Daches. DaS Innere der Kirchen besteht wie bei uns aus einem Chor und dem Schiffe, mit einem Säulengange auf jeder Seite und einer Art von Vorhalle. Der eine dieser Seitengänge, der linke beim Eintteten, ist den Frauen bestimmt. Im Schiffe selbst befindet sich die Kanzel, auf welcher gewöhnlich vor dem Prediger eine hölzerne Taube, mit ausgebreiteten Flügeln und auf's Volk herabschauend, angebracht ist; wahrscheinlich um anzudeuten, daß der Prediger das Evangelium nicht mit Worten menschlicher Weisheit, sondern in der Kraft deS heiligen Geistes verkündigen soll. Vor dem Chor steht auf beiden Seiten ein Pult, wo ein Laie und ein Knabe, oder ein Diakon und ein Laie, als Stellvertteter des DolkeS, am Gottesdienste Theil nehmen. Sie sind gleichsam der Chor (und werden auch xo-ö§ genannt), der die Handlung des Gottesdienstes — wie in den alten griechischen Schauspielen — aufnimmt und fortführt, «äh-

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