Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 11 (11.1839)
- Date
- 1839-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
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332 Mahmud II und feine Regierung. ruhig heißt. Die Pforte befand sich einem Reconvalesccntcn ähnlich, der ans schwerer Krankheit sich erholend, alle größer» Anstrengungen vermeidet und sich frent von Tag zu Tag ein wenig mehr zu erstarken. Die Verhältnisse zu den christlichen Unterthancn, den Serbiern und den Griechen wurden geordnet, und zum erstenmale machte die türkische Regierung die Erfahrung, daß sie selber sicherer und fester steht, und die ganze Staatsverwaltung leichter sich bewegt, wenn sie nicht blos durch blinde Gewalt herrscht. Gegen empörte Völkerschaften in Bosnien und Albanien, und in Asien gegen die Kurden, dauerten mehr und minder glückliche Kämpfe fort. Zugleich schritt Mahmud unverändert vorwärts in seinen innern Reformen, wiewohl manches, wie die Errichtung von Quarantäne-Anstalten gegen die Pest, das Bild des Kaisers auf Münzen, ein Verbot deS Tabakrauchens, und anderes, den Unwillen der osmanischen Bevölkerung immer wieder neu anregtc, wozu dann die verbannten Janitscharen und ihre Freunde nicht ermangelten das ihrige beizutragcn. Unter diesen Umständen riethen alle übrigen Machte der Pforte unablässig, von neuen Feindseligkeiten gegen Mehemed Ali abzustchen, sich in's Unvermeidliche geduldig zu fügen, die kleine Kraft nicht vorwitzig aufs Spiel zu setzen, und vor allem darauf zu denken, selber zu erstarken. ES war dicß unstreitig der beste Rath, welcher dem Sultan konnte gegeben werden. Die Mächte hatten aber dabei zugleich den Wunsch im Auge, den Orient ruhig zu erhalten und jedes Losbrechen von Ereignissen zu verhüten, das in den zerrütteten Verhältnissen eine Reihe nnabsehlicher Folgen nach sich ziehen konnte, und zunächst nur Rußland Gelegenheit verschaffen würde, sein Gewicht in die Wagschaale der orientalischen Angelegen«