Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 11 (11.1839)
- Date
- 1839-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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Mahmud il. und seine Regierung. 337 war — forderte Rußland keine materiellen Bortheile, desto größere gewährte ihm aber, besonders im Blick auf die Zukunft, die gänzliche Abhängigkeit, in welche von nun an die Pforte sich Rußland gegenüber gestellt sah. Seit diesem Ereignisse erkannte Mahmud seine Lage. Er vermied jeden Anlaß zu Zerwürfnissen mit Rußland, und suchte blos durch zeitgemäße Reformen das Reich aus seinem Zustande der Erschlaffung und der Verwirrung wieder zu politischer Selbstständigkeit und Bedeutung emporzubringen. Man kann sich aber nicht verhehlen, daß diese Bemühungen nur zum kleinsten das bewirkten, was sie bewirken sollten. Die Neuerungen erbitterten, und betrafen oft unwesentliche Dinge; man gab sich den Schein europäischer Einrichtung, aber die türkischen Gebrechen blieben unauSgeheilt. Daß z. B. der Soldat den orientalischen Turba», mit dem er allen Werth und Würde abznlcgcn glaubte, gegen die runde griechische Mütze, Fes genannt, vertauschen mußte, regte den größten Widerwillen auf, ohne daß dadurch das Heer viel gewonnen hätte. Während so die Thätigkeit der Pforte auf ihre Reformen im Innern gerichtet war, wobei der Sultan eine bedeutende Stütze an ChoSrew Pascha fand, ließ sic sich den europäischen Mächten gegenüber Manches gefallen, das soitst nicht unblutig vorbeigegangcn wäre, und sic schwieg, wo sie sonst gesprochen und geschlagen hätte. Die Mächte beschlossen unterm 3. Febr. 1830 Griechenland eine monarchische Verfassung zu geben, und dieses so wie die Gränzbestimmungen des neuen Königreichs Griechenland, die nachherige Wahl des Prinzen Otto von Baiern, sein Auftreten in Griechenland — Alles ließ die Pforte geschehen. Im Juli 1830, unmittelbar vor seinem Sturze, eroberte Karl X. die Regentschaft Al,