Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 10 (10.1839)
- Date
- 1839-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/4872516-5427199-5427254--0769-4873246- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Mahmud II. und sein, Regierung. 317 zu verhindern, seine ganze Macht gegen das eindringendc Heer der Franzosen zu wenden, sondern auch Mahmud mußte erkennen, daß dieses der günstigste Augenblick sei, um den Krieg gegen Rußland, seinen alten Feind, mit Aussicht und Erfolg fortzusetzen, oder wenigstens dem russischen Kaiser, in seiner damaligen Verlegenheit einen für die Türkei vorthcilhaften Frieden abzunöthigen. Aber keines von beiden geschah. Nicht nur wurde der Krieg nicht fortgesetzt, sondern cs gelang dem Einflüsse Englands auf den Divan, einen Frieden anszuwirken zwischen Mahmud und Alerander, der ganz zum Vortheile Rußlands war. Durch diesen berühmten Fricdensvertrag von Bucharest vom 16. Mai 1812 wurde ein großer Theil der Moldau und ganz Bessarabicn an Rußland abgetreten, so daß fortan der Pruth die Gränze bildete zwischen der türkischen Moldau und Rußland, und diese Macht südlich bis an die Donau-Mündungen hcrabstieg, welcher Fluß nun im letzten, östlich gewendeten Thcile seines Laufes die neue Gränze wurde zwischen Rußland und der eigentlichen Türkei. Die Folgen dieses Friedens waren für Napoleon verhängnißvoll. Denn die nun verfügbar gewordene russische Armee unter Tschitschagoff, welche gegen die Türken gestanden hatte, rückte, während Napoleon Moskau erreichte, gegen seinen Rücken vor, und bekanntlich waren es die gut ausgeführten Bewegungen Tschitschagoffs, welche Napoleon zu dem jammervollen Übergänge über die Beresina nöthigten. Seit dem Frieden von Bucharest dachte Mahmud nicht mehr an Krieg mit europäischen Mächten. Seine Politik ging hauptsächlich dahin, mit denselbm möglichst im Frieden zu bleiben, und sein Reich im Innern einer bessern Ordnung cntgegenzuführen. Denn immer dauerte die Unzufriedenheit der unversöhnlichen Janitscharen fort