Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 10 (10.1839)
- Date
- 1839-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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SIC Mahmud II. und leine Regierung. itiita in Epirus ( West -Griechenland) übten die Herr, schüft über ihre Provinzen beinahe mit völliger Unabhängigkeit. Inmitten dieser Empörungen und Kämpfe wurde Mahmud's Charakter zu Maßregeln der Strenge und selbst der Grausamkeit fortgeriffen, die nicht ursprünglich in ihm zu liegen schienen. Zugleich wurde die Regierung ihm bedeutend erschwert durch den Einfluß, den verschiedene auswärtige, europäische Mächte auf den Divan (hohen Rath) und einzelne Glieder desselben ausübten. Im übrigen Europa hatte sich damals der große Kampf entsponnen, welchen Napoleon um die Weltherrschaft führte. Obschon es dem ftanzösischcn Kaiser sehr darum mußte zu thun sein, im Rücken Oesterreichs und in der Flanke Rußlands an der Türkei einen Freund für sich zu baben, so gelang es doch dem englische» Einflüsse — man sagt, nicht ohne vieles Geld — sich im Divan das Uebergewicht zu verschaffen. Am auffallendsten zeigte sich dieses im Jahre 1812. Seit mehrcrn Jahren hatte sich die Türkei mit Rußland im Kriegszustände befunden, ohne daß jedoch bedeutende Resultate sich ergeben hätten. Mahmud hoffte durch auswärtigen Krieg manchen Keim dcS Zwiespaltes und der Unruhe aus dem Innern deü Reiches hinaus über die Gränze auf das Schlachtfeld zu verbannen, und zugleich seiner Nation auf diesem Wege zu dem alten Selbstgefühle und zu neuer Erstarkung zu verhelfen. Es hatten Vortheile und Nachtheile unter den kriegführenden Parteien gewechselt, als im Jahr 1811 Napoleons Feldzug gegen Rußland vorbereitet und im Sommer 1812 eröffnet wurde. Unter diesen Umständen erforderte nicht nur das Interesse des französischen Kaisers, daß die Türken gegen Rußland nn Felde blieben, »m dasselbe auch von dieser Seite zu beschäftigen und es