Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 10 (10.1839)
- Date
- 1839-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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308 Ziveitet^chreiben au« Griechenland. Bezeichnend scheint, daß, nachdem von fast 300 Kirchen, welche ehemals in Athm waren, nur noch ungefähr 50 bestehen und dieses nur kleine, elende Gebäude sind, wie bei uns keine im ärmsten Dorfe, doch schon ein Theater gebaut wird. Es geschieht dieses zwar nicht von Seite des Staats, sondern von Seite der Vornehmen, aber eben darum ist es charakteristisch. Und werden erst die Athener, die Ausstattung und Verzierung des Theaters sehen und bewundern, so werden sie auch die grobgemalten Heiligenbilder in ihren Kirchen noch mehr verachten. Die oft nicht sehr reinlichen Priester, im einfachen, ärmlichen Gewände, mit dem langen in einen Zopf zusammengedrehten Haupthaar (nicht uuähnlich den aufgebundenen Pferdeschweifen bei uns bei schutzigem Wetter), mit seinen Ceremonien und dem näselnden Absingen der Psalmen, kann dem am Aeußerlichen haftenden Blicke des Griechen nur lächerlich und verächttich erscheinen neben den Schauspielern und Schauspielerinnen und deren glänzendem Aufzug, der Flitterpracht, den schönen Worten und den reizenden Geberden. Doch, ich muß hier abbrechen. Nächstenmelde ich Ihnen ein Mehreres über einige merkwürdige, kirchliche Erscheinungen. A. W. Mahmud n. und seine Regierung. Der verflossene Sommer hat über das Türken-Reich schwere Ereignisse gebracht, durch welche der Sttom der Weltbegebenheiten aus den mühsam verwahrten Dämmen hervorgebrochen ist, und einen Lauf begonnen hat, dessen weitere, verhängnißvolle Folgen kein menschlicher Sinn voraus zu errathen und zu berechnen vermag. Die Nieder-