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Das Morgenland · 1839-10-01 · 10 (10.1839) · p. [Seite]

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Journal
Das Morgenland
Volume
2 (1839)
Issue
10 (10.1839)
Date
1839-10-01
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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Zweite« Schreiben au- Griechenland. »«7 ihr durch Verbindung mit dem Ehristenthum möglich war, aber auch mit einem Heere von Uebeln, die das Christen« thum nicht verhindern noch auSrotten konnte; nach Gn'echenland kehrt nun diese abendländisch-christliche Ci« vilisation in französischer Gestalt zurück, als in ihre Heimath, reich an Erfahrung und mächtig, aber auch belastet mit Sünden. Die griechische Kirche, wie sie jetzt ist, liegt sehr darnieder; sie ist »erachtet von den Vornehmen und Gebildeten, während der Unglaube immer mehr um sich greift. Der Drang der äußern Begebenheiten, die den Geist des Menschen auf das Aeußere und Materielle n'chten und, der leiblichen Bedürfnisse wegen, daran fesseln, das eifrige Lesen der verderbten Literatur unserer Tage, besonders der französischen schöngeistigen Schrift» stellcr und Philosophen, und die großen Fortschn'tte, die jede Elaste der Gesellschaft gemacht hat und fortwährend macht, ausgenommen die Priester, sind hauptsächlich Schuld an dieser Verachtung der Kirche, ihrer Diener und somit überhaupt der Religion. Doch muß man gestehen, daß die große Unwissenheit der Priester, ihr gänzlicher Mangel au Bildung, worin sie hinter der übrigen Gesellschaft zurückgeblieben (was freilich zum kleinern Theile ihre eigene Schuld ist), so wie die leeren und tvdtcn Formen, die den Gottesdienst ausmachen, durchaus nicht geeignet sind, ein sich auftaffendes und nach Bildung, Kenntnissen und Weisheit strebendes Volk zu fesseln. Wohl hat man Mittel gesucht, diesem Uebelstand nach und nach zu begegnen, aber bis die jünger», nachkommenden Priester gebildet fein werden, wird noch viele kostbare Zeit vergehen, während welcher der Unglaube festere Wurzel Waffen und weit um sich greifen kann.

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