Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 10 (10.1839)
- Date
- 1839-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
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Zweite« Schreiben au« Grieche«,tank zos Gottesdienst auf Jesus als den Auferstandenen, den Verherrlichten lind der wiederkommen wird in der Herrlichkeit. Sic trägt das Zeugniß für diese andere Seite der evangelischen Wahrheit. *) Insoferne kann also auch die römische Kirche als eine dvuxij, dem Niedergang zugc« wendete, und die griechische als eine avcaolunj, dem Aufgang zugcwendete, gefaßt werden. Dieser tiefe, innere Unterschied in der religiösen Grundanschaunng der beiden Kirchen hilft auch den Haß erklären, der von jeher die Griechen gegen die Römisch-Katholischen erfüllt hat. Die Religion war von jeher ein Band, das die sonst uneinigen Griechen vereinte, und hat viel zur Erhaltung ihrer Nationalität, während der langen und oft harten Sklaverei bcigetragen; sie war auch daS Mittel wodurch ihre Sprache in einer gewissen Reinheit von fremden Elementen sich erhielt, sie war es endlich die in dem Befreiungskriege einer der mächtigsten Hebel wurde; Priester und Bischöfe segneten die Waffen der Palikaren und Klephten, ehe sie in den Kampf zogen. Unwissenheit, Druck und Roth machten, daß die Griechen an ihrer Religion fest hielten. Wird aber dieser religiöse Sinn im Glück bestehen, wird er bestehen gegen den Hauch deS französischen Geistes, der angefangen über Griechenland zu wehen und der alle socialen, politischen und religiösen Verhältnisse zu durchdringen strebt? Ich *1 Bekannt ist, mit welchem autgejeichneten Gepränge da« Osterfest in der griechischen Kirche al« da« Hauptfest der Christen gefeiert wird. Die Freude über den Sieg de« Auferstandenen wird bei den Russen »um wahren Bolktjubel; mit dem Gruße: der HSrr ist auferstanden! bewillkommen stch die Höchsten und die Niedrigsten, und in diesem Festmomente verschwindet jeder äußere Unterschied. Der Reichste umarmt bei diesem Gruße den Aermsten. giveilrr Ja0ra 2»