Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 9 (9.1839)
- Date
- 1839-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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284 Stand der Dinge im Mvrgrnlande. seiner Stelle entfernt sei, — so wollte England sofort gegen ihn Feindseligkeiten eintreten lassen, worauf aber Frankreich sich im mindesten nicht einlassen wollte. Wie nun diese getrennten, russischen, englischen, französischen Interessen in dieser großen Weltfrage sich friedlich ausgleichen werden, ist schwer abzusehen. Noch ein Anderegibt es aber, das sich auf dem Papier und als Vorschlag ebenfalls ganz gut ausnimmt, wovon man aber die Ausführung auch in keiner Weise zu begreifen vermag. Es scheinen nämlich die sämmtlichen Mächte, vielleicht mit Ausnahme Rußlands, entschlossen, »die Unabhängigkeit und die Vollständigkeit des türkischen Reichs" aufrecht zu erhalten. Erwägt man aber den Zustand der Dinge, wie er in der Wirklichkeit ist, so weiß man nicht, wie ein solches Reich bestehen solle, dem alle Bedingniffe des Bestandes fehlen. Die Regierung ist in sich uneins, weil manche Große zu Mehemcd Ali, als dem Retter des Muhammedanismus gegen die Uebermacht der Christen, sich Hinneigen; sie ist ohne Macht, weil sie die ganze Flotte verloren hat, und das Landhecr so gut wie aufgelöst ist; die Provinzen, überall voll unterdrückter, großentheils christlicher Bevölkerungen sind in Gährnng, umsomehr, als sie wissen, daß die Regierung die Macht nicht besitzt, einem Aufstande mit Nachdruck entgegenzutreten. Hiezu kommen noch die geheimen und offenen Umtriebe Mehemed Ali's, welche, wenn er auch sein Kriegsheer Me stehen läßt, ihm doch täglich neue Vortheilc verschaffen, und an deren Bewerkstelligung ihn Niemand hindern kann, am wenigsten aber die Mächte Europas, eS wäre denn, daß sie ihm den Krieg erklären wollten, was nach allen Seiten hin zu neuen, unabsehbaren Verwicklungen führen würde. Wir gestehen, daß unter solchen Umständen wir nicht cinzusehen vermögen, was es