Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 9 (9.1839)
- Date
- 1839-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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282 Stand der Dinge im Morgenland«. lief) selbst in Konstantinopel an die Spitze des Divan zu treten, wenn nicht die europäischen Mächte sich ihm in den Weg stellten. Ohne die Einmischung dieser letz, kern würde es ihm ein Leichtes sein, seinen seit Jahr und Tag aus den Tod gehaßten Gegner Chosrew Pascha zu stürzen, da er aber für jetzt noch an sich halten muß, und neuerlich ihm die fünf europäischen Groß, Mächte (England, Frankreich, Preußen, Oesterreich, Rußland) haben verdeuten lassen, daß sie die orientali, schen Angelegenheiten in ihre Hand nehmen, so begnügt er sich einstweilen, auf dem Wege der heimlichen Umtriebe nach dem Ziele hin zu arbeiten, dem er nicht offen entgegen gehen kann. Zu diesem Behufe sendet er vertraute Leute nach dem nördlichen Griechenland, und erließ er ein Rundschreiben an sämmtliche Paschas des türkischen Reiches, in welchem er sich darstcllt als den gehorsamen Unterthan des Sultans, alle Großen aber auffordert, mit ihm ge« meinschastliche Sache zu machen, um nur den Großwessir Ehosrew Pascha zu stürzen. Dessen ungeacht stehen die beiden Todfeinde, dieser Ehosrew und Mehemed Ali, miteinander im Briefwechsel, und die europäischen Mächte werden sich vorzusehen haben, daß nicht die zwei schlauen Muselmänner zuletzt sich doch gemeinschaftlich abfinden, um nur die Franken zu hintergehen, oder aus der Frage zu halten. Der schon erwähnte (S. 2Ü8) Eongreß der Mächte in Wien erleidet große Verzögerungen, und es scheint als ob es schwer hielte über gewisse Vorfragen in'S Reine zu kommen. Durch den unglücklichen Feldzug von 1829 ist die Türkei in Abhängigkeit von Rußland gefallen, und letzter Macht hat sich ihre Vortheile über die Türkei gesichert durch den Traktat von Hunkiar-Jskelessi. Die andern Mächte wollen nun der Türkei aufhelfen,