Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 6 (6.1839)
- Date
- 1839-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Dcr Raubrrhauplmann auf keni Olymp. 185 Jahren bin ich ein Räuber zu Wasser und zu Lande gewesen, und der Name: --"Dimo vom Olymp-"- ist mit trockenen Lippen genannt in den Gebirgen Makedoniens und an den Küsten von Karamanien. » Und das war auf dem Olymp! Ich erblickte nicht eine Schaudarstellung, sondeni einen wirklichen und leibhaftigen Auftritt, wie aus den Zeiten des ttojanischcn Kriegs. Hier allein hat bis auf unsere Zeit die ächte Nachkommenschaft Griechenlands sich erbalten. Die Bergkette, die Thessalien nach allen Seiten umgibt, ist Griechenlands letzte Zufluchtsstätte geworden. Seit zweitausend Jahren sind die niedern Theile Griechenlands, nebst dem Peloponnes, überfallen und verheert worden von Gothen, Slavoniern, Saracencn, La« teinern, Normannen, Türken und Skipetaren, und dennoch haben diese fremden Horden, durch fortgesetzte Vernichtung dcr Bevölkerung dieser cngbegränzten Gegend, weniger dazu beigetragen ihr altes Gepräge, ihren alten Eharakter zu zerstören, als die Einfühning europäischer Begriffe, Trachten und Sitten, seit dem Anfänge der Revolution (.1821). Es ist sonderbar, daß man, um an das alte Griechenland der Alten erinnert zu werden, sich nach der Türkei wenden muß, und daß nur in den Gegenden, die den Ursprung der Pelasger, der Denier, und der Hellenen sahen, die Eharaktcre jetzt noch gefunden werden, die an einen Kalchas, an einen DiomedeS erinnern. Aber ach! der Wirbelwind abendländischer Ansichten hat auch die Türken ergriffen! Während ich diese Zeilen schreibe, bewohnt rin türkischer Sergeant, in blauer Jacke und Pantalons, mit rothrn Aufschlägen und Kragen den Kiosk und fanllenzt im Garten des Kapitano vom Olymp!