Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 5 (5.1839)
- Date
- 1839-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
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146 Orr Prophet Micha. Volk »sicher wohnt» und keinen Feind mehr zu fürchten hat, und sein Name groß ist, »so weit die Welt ist.» Die Worte, mit denen der vierte VerS beginnt, sind nicht mit Luther zu übersetzen: »Dazu werden wir auch Frieden haben vor dem Assur, der jetzt in unser Land gefallen ist, und unsere Häuser zertreten hat.» In ge« nauerer Uebertragung müssen sie lauten: Und dieser (der MessiaS) wird der Friede sein. Wenn Assur in unser Land fällt und unsere Paläste zertreten will, dann u. s. w. Der erste Satz, der aussagt, daß er, der Messias, unser Friede ist, wird besser an das Vorhergehende angeschloffen, als an das Nachfolgende. Denn im Vorhergehenden ist die Rede von dem Messias, als dem Vermittler alles Getrennten, dem großen Friedenstifter, und in diesen Zusammenhang gehört der Schluß: Er ist selbst der Friede, wie in ähnlicher Verbindung der Apostel Paulus von dem HErrn sagt: Er ist unser Friede, der aus beiden Eins hat gemacht, u. s. w. Ephes. 2, 14. Im Folgenden aber wird 4. von V. 4. an daS Reich des Messias seiner äußern und innern Beschaffenheit nach geschildert, und zurrst von V. 4—8. nicht von dem Frieden gesprochen, sondern vielmehr von der siegreichen Macht, welche dieses Reich entfaltet und wodurch es jedem Feinde zum eigenen Verderben ausschlagen mnß, wenn er eine feindselige Hand gegen dasselbe zu erheben wagt. Nach der gewohnten Weise der Propheten entlehnt Micha aus seiner Zeit und der damals vorhandenen Gegenwart das Bild und den Namen für die zukünftigen Dinge, die noch nicht sind. Als Feind wird daher Assur genannt, welcher dazumal die drohende, feindliche Weltmacht war.