Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 5 (5.1839)
- Date
- 1839-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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132 I»fr Prophet Micha. Stelle uns zeigt, daß Micha den schweren Stand hatte, gegen das Sittenverderben der höhern Stände und gegen einen Glauben Zeugniß abzulegen, der nur ein Scheinglaube war, und der dazu dienen sollte, dem sicheren, fleischlichen Leben tröstenden Vorschub zu thun. In dieser Beziehung hatte die Stellung des Micha manches Aehnliche mit der des Jeremia, welcher hundert Jahre später einer noch gesunkeneren Zeit und zugleich einer noch größeren Sicherheit und blinden Zuversicht gegenüber stand, mit der seine Zeitgenossen, trotz der bestimmtesten Aussagen des Propheten, doch sich sicher wähnten, und sich dünken ließen, der Schutz Gottes könne ihnen nicht fehlen in der Zeit der Noth. Damals, als das übermüthige Volk die drohenden Weissagungen des Jeremia mit dem Tode bestrafen wollte (Jerm.26.), verwendete sich ein anderer Theil des Volkes zu Gunsten Ieremia's bei den erbitterten Priestern und Propheten, und einige der Aeltesten erinnerten daran (V. 18 ff.), daß Micha zu seiner Zeit das gleiche Unglück über Jerusalem verkündigt habe, wie Jeremia, daß man aber damals Gott gefürchtet und dem Micha kein Leides gethan habe. II. Treten wir dem Inhalte der Weissagung des Propheten Micha näher, so zerlegt sich sein Buch in drei ster lehren um Lohn und ihre Propheten wahrsagen um Geld, und doch stützen sie sich auf den KErrn und sprechen: Ist der HSrr nicht unter und? Qi kann kein Unglück über un« kommen! Darum wird Zion um euertwillen wie ein Feld gepflüget, und Jerusalem »um Steinhaufen, und der Berg de» Tempel« ,u einer Waldh-he werden.«