Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 4 (4.1839)
- Date
- 1839-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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100 Drr Leviathan. lein vor sich dahinfliehen sieht, darf sict, dasselbe nur etlva 80 mal größer vorftellen, bepanzert mit harten Schlippen, bewaffnet mit schrecklichem Gebiß, um ein Bild zu haben von jenem Krokodil, dem Schrecken der Gewässer in den andern Welttheilen. Das Krokodil findet sich am häufigsten und am größten in dem Nil, dem Strome Aegyptens. Seine Länge wird zu 20- bis 30, ja bis gegen 40 Fuß angegeben. Der Rücken und Leib ist grün und schwarz gefleckt, der Bauch hat eine gelblich weiße Farbe. Der Kopf ist wenigstens zweimal so lang als breit, und der Rachen öffnet sich bis hinter die Augen und die Ohren; er ist mit langen, spitzigen Zähnen besetzt, von denen 36 in dem Oberkiefer, 30 in dem untern befindlich sind. Da sie von keinen Lippen bedeckt werden, so geben die blanken Zähne dem Thier ein schreckendes Aussehen. Da die Kinnladen wohl ungeheuer weit aufgehen, aber nicht nach der Seite sich bewegen, so kann das Krokodil gewaltig beißen, aber nicht kauen, und ist genöthigt alles ganz hinunter zu schlucken; um dann die Verdauung zu befördern pflegt es Steine zu verschlingen. Seine Zunge ist fast bis an die Spitze fest angewachsen, daher man bei altern Schriftstellern häufig die Angabe findet, daS Krokodil habe keine Zunge. Die Augenlieder sind sehr groß, runzlig und hervorragend. Auch die Hellen, scharsblicken, den Augen treten so auS dem Kopfe hervor, daß daS Thier auch hinter sich blicken kann. Einige Berichte schreiben dem Krokodil ein rauhes, lautes Brüllen zu, andere er, wähnen seiner Stimme nicht. Wenigstens das aber scheint in das Reich der Fabel zu gehören, was die Alten von einem kläglichen Tone und von Thränen des Krokodils gesprochen haben, woher diese letztem sogar zum Sprichwort wurden; denn wenn auch dieses Thier bis-