Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 3 (3.1839)
- Date
- 1839-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 29)
- Language
- German
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Da« heilig« Feuer. -z mutterkreuzen, sondern auch von den Pilgern, die ihre eigennützige Gastfreundschaft in Anspruch nehmen, große Summen z» gewinnen und nöthigcn Falls zu erpressen wissen: so benutzten sie auch diese heilige Flamme, wie für ihren Ehrgeiz, so auch für ihren Geldbeutel recht klüglich. Denn schon Tage lang^ vor der wundervollen Osternacht ward die Ehre, der Erste zu sein, der seine Kerze an dem heiligen Feuer der Grabeskapelle anzünden dürfe, förmlich feil geboten und dem Meistbietenden mit großen Ecremonien zugestandcn. Und — wer möchte es wohl glauben! — selbst in der neuesten Zeit ist diese seltsame Auktion noch immer eine so reiche Quelle des Erwerbs gewesen, daß einzelne wnndersüchtige und bigotte Pilger ihr Gebot bis zu 1000 Ducaten gesteigert haben sollen. Wenn wirklich, wie Döbel es uns hoffen laßt, diesem unheiligen und ärgerlichen Bettuge mit dem angeblichen Feuer vom Himmel ein verdientes Ende ist gemacht worden, so mag es um so mehr am Platze sein, über diesen Gegenstand auch die Zeugnisse einiger andern, ältern und neuern Reisenden zu vernehmen: *) Troilo**) erzählt: Am Ostersonnabend Nachmittags um ein Uhr versammelten sich Griechen, Armenier und Andere, an 2 bis 3000 Christen in der Kirche des heiligen Grabes. Jeder hatte ein Bündel Wachskerzen, alle Lichter in der Kirche wurden ausgelöscht. Als der gn'echische Pattiarch und der armenische Bischof mit der *) Man vergl. Raumer Palästina» 2te Ausg. S. 520 ff. **) Franz Ferdinand von Troilo. «in schlesischer Edelmann dereist« das Morgenland in den Jahren i 66« —1670, und erweist sich in seiner »orientalischen Reisebeschreibung» als einen genauen und glaubwürdig»« Beobachter.