Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 3 (3.1839)
- Date
- 1839-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 28)
- Language
- German
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93 Va« heilig» Feuer. ««gezündet. Dieses Wunder soll zur Zeit der christlichen Könige von Jerusalem ans folgende Weise sich erneuert haben. Am heiligen Osterabende versammelten sich die Großen des Reichs mit gesammter Geistlichkeit in dem Tempel der Auferstehung und riefen mit vereinter Stimme zu Gott, daß er auch sie mit dem wunderbaren Feuer begnadigen und erfreuen möge: nach langem Flehen wurde auch ihnen das.Wunder gewährt und sollen die ausgelöschten Lampen sich von selbst entzündet haben. Später ward das heilige Grab den Abyssiniern und Kopten anvertraut, und bald darauf gewannen auch die Griechen Antheil an demselben. Weil sie aber nicht mehr im Stande waren, durch die Kraft ihres Gebetes das himmlische Feuer herabzuflehen, so wurden sie von den Türken unablässig dan'iber verhöhnt und gelästert. Da nahmen sie, um diesen Spöttereien ein Ende zu machen, ihre Zuflucht zur List, und wußten auf eine geschickte Weise bis zum I. 1834 die abergläubische Menge zu täuschen und für ihre Wunderkraft zu begeistern. Sie ließen nämlich an dem heiligen Ostersonnabend alle brennenden Lampen des Grabes durch einen Türken auslöschen und den Eingang zur Kapelle, in welcher sich -der griechische und armenische Patriarch verborgen hielten, streng bewachen. Die gläubige Menge schrie während deß ohne Unterlaß: » Gnädiger &ott, erhöre uns! Großer Gott, erhöre uns!" Aber wie wurden sie erhört? Die beiden Patriarchen hatten indessen den schon vorher ausgehäuften Zündstoff angezündet, und stürzten nun, dankend und preisend aus der Kapelle heraus, wahrend die lichten Flammen fröhlich ihnen nachschlüge». Wie aber die Griechen nicht nur aus dem beträchtlichen Handel mit Reliquien, Rosenkränzen und Perl-