Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 2 (2.1839)
- Date
- 1839-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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«4 Der Sinai. brr Berge sind höchst malerisch, aber unbeschreiblich schön ist der Anblick des ganzen Sinai, den man zuepst auf dem Joche zwischen dem Wadi Genne und dem Wadi Oesch, zwischen den senkrechten Granitwänden, die lstzteres Thal einschließen, wie durch ein Fermohr vor sich liegen steht. Mein letztes Lager vor dem Sinai war am Gebbel Frea auf einer kleinen Hochebene, über welche die senk, rechten, durch tiefe Spalten zerrissene Wände mit unzählige« Zinken und Kuppe» wie eine gewaltige Mauer emporragen. Als wir des andern Tages darauf zuritten, dachte ich schon darüber nach, wie wir wohl da hinauf kommen werden, da lenkten wir in eine der tiefen Schluchten ein, die, obgleich von mehrern hindert Fnß hohe« Wanden ringeschlossen, doch oft um eine Breite von 3 und 4 Klaftern haben. Mau nennt diese Schlucht Nakbe Haue (Windschlucht), und man gelangt durch sie in weit kürzerer Zeit zum Kloster als auf dem eigentlichen Wege, durch daS Wadi Möchsen. Vier lange Stunden brauchten wir, um durch diese Schlucht die erste Höhe des Sinai zu erklimmen. Der Weg ist dem Boden angemessen und so abscheulich, daß ich absteigen und mein Dromedar hinaufführeu mußte. Man gelangt durch die Pakbe Hau« (Windschlucht) auf jenes kleine Plateau (Hochebene), wo.sich einst die Israeliten sollen gelagert haben, und das sich in Südost zwischen dem Gebbel Ebestimmi und dem Gebbel Horeb in ein engeS Thal verlängert, daS den Gebbel Musa (Berg des Mose) zum Hintergründe hat, und in dem das Kloster St. Katharina liegt. (Die Fortsetzung folgt im nschgen-eft.)