Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 2 (2.1839)
- Date
- 1839-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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40 Zusammenhang der lehlen Sleichniß-Reten 3«iu. wartet wird, daß er dem Gesinde die Speise reiche zu rechter Zeit. Wenn aber dieser Haushalter den Herrn, der ihn eingesetzt hat, und dessen unerwartete Zukunft außer Acht läßt, was wird er thun? Er spricht: Mein Herr kommt noch lange nicht! und fängt an zu schlagen seine Mitknechte, iffet und trinket mit den Trunkenen (24, 49.). Ein Blick rückwärts auf die vergangenen Jahrhunderte der Kirchengeschichte zeigt unS, wie schwer es den Kirchenhänptern geworden ist, alS die Wächter dazustehen, die nicht schlummern; als die Hirten, die nicht sich, sonder« die Heerde weiden; als die Apostel des Friedens, welche dev erkennen und erwarten, der durch alle Zeiten ihue» das Wort zuruft, daS er zu feine« Jünger« sprach, nachdem er ihnen die Füße gewaschen: .-Ein Beispiel habe ich euch gegeben, auf daß ihr thuet, wie ich euch gethan habe.« (Joh. 13, 15.). II Im zweiten Gleichnisse wird denjenigen Ehristen, welche von der Welt auslind dem HErrn entgegenge, hen, unter dem Bilde der »zehen Jungfrauen» (Matth. 25, 1. ff.) vorausgezeigt, daß der einmal ausgesprochene gute Wille, die einmal stattgesundene Erweckung vom Schlafe des sündlichen Lebens, sie noch nicht zum Ziele führt, und sie noch nicht sicher stellt in der großen allgemeinen Versuchung. Obschon die Jungfrauen im Gleichnisse die Ankunft des Bräutigams so zuversichtlich erwarten, daß sie ihm entgegcngehen, obschon sein festliches Kommen ihr einziger Gedanke ist, so werden dennoch auch sie von dem Bräutigam, da er kommt, so sehr überrascht, daß die thörichte Hälfte von ihnen zu Schanden wird in ihrer