Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 1 (1.1839)
- Date
- 1839-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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r« Der babylonische Thurm. bemerkt hatte, welche Erleichterung der Transport zu Wasser gewährt, konnte ich nicht länger an der Wahr« heit dessen, was berichtet ist, zweifeln. Fast kein Tag verging, da ich nicht Leute sah, welche die Schutthaufen Babylons durchwühlten, um Ziegel oder Backsteine her, vor zu holen, welche sie an das Ufer des Euphrats brachten, und dann in Booten überall hinführten, wo man sie brauchte. Durch die fortwährenden Aushöhlungen in allen möglichen Richtungen sind die regelmäßigen Reihen der eigentlichen Ruinen so durchbrochen, daß man vergebens versuchen würde, unter den zahllosen sich durch« kreuzenden kleinen Schutthaufen, Vertiefungen und Gräben einen Plan zu entdecken. Doch stehen noch immer einige ungeheuere, rohe Massen hoch hervorragend da, welche durch ihre Lage und andere örtliche Umstände meine Vermuthungen über das, was sie vormals waren, zu rechtfertigen scheinen. Diese größern Trümmerhügel sind von niedrigen Reihen Schutts umgeben, welche jetzt das Ansehen von Dämmen haben, und ohne Zweifel die Ursache sind, daß die von ihnen umgebenen Schutthaufen sich verhältnißmäßig besser erhalten haben. Da die Ueberschwemmungen, welchen die ganze Gegend jährlich auSgesetzt ist, indem die Kanäle, welche zum Abzug des Wassers gemacht worden waren, verfallen sind, Jahrhunderte lang ungehindert die Obersiäche aller der Ruinen abgespült haben, welche durch jene dammartigen Schuttwälle nicht geschützt waren, so mußte nothwendig eine solche Zerstörung, wie wir sie sehen, die Folge sein." Unter diesen Hügeln von Schutt ragen aber die drei Massen oder Hauptgruppen riesenhaft hervor, und erheben sich ohne Bäume in der Wüste etwa 100 Fuß über den Spiegel des Euphrats; eine vierte und zwar die bedeutendste Ruine liegt mehr südwestlich.