Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 11/12 (12.1838)
- Date
- 1838-12-01
- Page
- Seite 364 (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
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Mi andern von Jerusalem abhängigen Kloster kennen. Es ist dieS daS Kloster St. Johann des Täufers. Lamartine wurde von dem Charakter des Vorstehers dermaßen entzückt, daß er das Lob desselben in folgenden emphatischen Worten niederlegt: »Der Pater Superior ist das vollendetste Muster der Tugenden eines Christen: Einfachheit, Milde, Demuth, nie ermattende Geduld, die verbindlichste Zuvorkommenheit, der aufmerksamste Eifer, unermüdliche Sorge für die Brüder und die Fremden, ohne Rücksicht auf Rang und Vermögen; herzlichen Glauben, thätig und innig zugleich; eine Heiterkeit der Seele, die in Wort und Zügen sich ausprägt, und durch kein Mißgeschick je kann zerstört werden. Man sicht da eines der seltenen Beispiele, was die Vollendung des religiösen Princips an einer menschlichen Seele zu bewirken vermag. Vom Menschen ist nur noch die äußere Gestalt vorhanden, die Seele aber ist schon umgewandelt in etwas Uebermenschliches, Engelgleiches, Göttliches, das, ohne sie zu suchen, die höchste Bewunderung uns abnöthigt. Unsere ganze Reisegesellschaft, bis auf die Diener und die begleitenden, nichtchristlichen Araber, wurden alle in gleichem Grade er, griffen von der leutseligen Heiligkeit diesewürdigen Priesters; sein Geist schien sich allen Vätern und Brüdern des Klosters mitgctheilt zu haben, denn in verschiedenem Grade bewunderten wir an Allen etwas von den Eigenschaften ihres Superior, und dieses Haus der Liebe und des Friedens hat einen nnanslöschlichen Eindruck bei uns hinterlaffen ». Mag immerhin der dichterische Schwung den freundlichcn Lamartine in dieser Schilderung etwazu hoch über pit Schranken der Wirklichkeit hinauSgetragen haben, so bleibt doch so viel gewiß, daß der feine Weltmann und zart fühlende Dichter in der Abgeschiedenheit dieses einsamen Klostcrö Eindrücke erhalten ha», die für