Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 11/12 (12.1838)
- Date
- 1838-12-01
- Page
- Seite 338 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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338 thatsächlich wisse, wer dieser Gott ist, und damit eS in diesem seinem ersten Werke die Absicht des HErrn mit seinem Volke für alle Zukunft vor Augen habe, nämlich: den Seinen ein Erlöser zu sein. Denn wie sich Gott einmal zu erkennen gegeben, so will er immer erkannt sein; wie er die Führung seines Volkes aNgefangen hat, so will er sie, und immer herrlicher, fortsetzen und wunderbar vollenden. In diesem ersten Satze des Decalogs erklärt also Gott: Er der Ewige wolle Gott J-rael-, und die» seö seines Volkes Erlöser sein. I» wenigen, einfachen Worten der Inbegriff der Offenbarung Gottes an die Menschheit, der Inbegriff aller Verheißungen, wir möchten sagen: aller Berpflichttlngen, in die Gott, seiner Gemeine gegenüber, eingetreten ist! Das ist der erste Satz des Decalogs. Die folgenden neun Sätze oder Sprüche desselben fassen die Verpflichtungen in sich, welche auS diesem ersten Hauptsatze herfließen , und welche das Volk in seinem Theile auf sich nimmt. Unter diesen neun Sätzen, oder Geboten — denn sie «erden von Gott als Forderung ausgesprochen — beziehen sich die drei ersten (Treue am HErrn, mit Ausschließung alles Götzendienstes — Heilighaltung des Namen- GotteS — Heilighaltung des Sabbaths), auf das Verhältniß zu Gott, und legen den Grund zu dem religiösen Leben der Gemeine. Die sechs folgenden (Achtung der Eltern — Schonung des LebenS — Keuschheit — Ehrlichkeit — Wahrhaftigkeit — Genügsamkeit), beziehen sich auf das Verhältniß zum Nächsten, und legen den Grund zu einem geheiligten bürgerlichen Leben der Gemeine Gottes. Es würde dieser Ansicht zufolge die Abcheilung deS Decalogs in zehn Hauptsätze oder göttliche Aussprüche in folgender Weise zu treffen sein: