Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 11/12 (12.1838)
- Date
- 1838-12-01
- Page
- Seite 322 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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323 Menschen und ihrem Gutfinden, gemacht worden. Wie aber in den meisten Dingen, so haben auch hierin verschiedene Menschen verschiedene Ansichten gehabt, und diese haben sich auf Jahrhunderte und ganze Kircheugemeinschäften fortgepflanzt. Aber es ist der Mühe werth, zu wissen, auf welche Weise die verschiedenen Kirchen die zehn Gebote eintheilen und zählen; zu hören, welches die Gründe sind, die jede für ihre Weise anzuführen hat; und zu prüfen, welche Eintheilung wohl die richtigste sein möge. Es sind hauptsächlich drei Eintheilungen des Decalogs*), welche in Betracht kommen. Wir werden sie nacheinander, unter den angegebenen Gesichtspunkten, prüfen, und bemerken nur noch vorher, daß die zehn Gebote oder der Decalog an zwei Stellen der Schrift ausgezeichnet sind. Nämlich 2 Mos. 20, 2 — 14. und 5 Mos. 5, 6—18. An beiden Orten fängt der Decalog mit den Worten an: »Ich bin der HErr, dein Gott», u. s. w. und endet mit dem Verbote, sich irgend etwas gelüsten zu lassen, »das dein Nächster hat». Im Ganzen stimmen auch die beiden Abfassungen mit einander auf's Wort überein; nur in drei Geboten finde» sich kleine Abweichungen. DaS Gebot vom Sabbath ist in dem fünften Buch Mose etwas weiter ausgeführt, und das gleiche gilt von dem darauf folgenden Gebote über die Verehrung der Eltern. Auch wird in beiden Geboten','» dem fünften Buch Mose eingeschaltet: »wie dir der HErr, dein Gott, geboten hat», — waS im zweiten Buch Moft nicht *1 Um die zehn Gebote mit Einem Worte zu bezeichnen, gebraucht man gewöhnlich den griechischen Ausdruck Decalog. . Der Kürze «egen werden wir uns destelben ebenfalls bedienen und erinnern hier nur für Leser, die mit den theologischen Bezeichnungen weniger vertraut sind, dahierunter die zehn Gebot» verstanden «erden.