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Das Morgenland · 1838-11-01 · 9/10 (11.1838) · p. Seite 308

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Morgenland
Volume
1 (1838)
Issue
9/10 (11.1838)
Date
1838-11-01
Page
Seite 308 (sequence 52)
Language
German
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108 tern, einfacher», zum Theil rohen Bilder sind bei uns eben um ihrer schmucklosen Einfachheit sowohl als um ihrer Seltenheit willen wenig bekannt; die neuern aber vorzüglich sind es, von denen jenes Urcheil gilt, diejenigen überall bekannten Bilder, die zunächst aus einem englischen Bibelwerk mit ausgezeichneten Stahlstichen genommen sind, durch dessen Ausbeutung sie in vielen Gestalten, in Zeitschriften, Taschenbüchern u. dgl. weit verbreitet sind. Diesen nach den Regeln der englischen Stahlstecherkunst sehr schön ausgeführten und als Kunstwerke alles Beifalls würdigen Bildern verdanken wir meistens unsre Vorstellung von Jerusalem, Bethlebem, Nazareth, dem See Genezareth, dem Gebirge Sinai und andern biblischen Orten, und freuen uns oft der Schönheit dieser morgenländischen Gegenden: in der That aber verderben wir uns durch dieselben den Geschmack, indem uns jene künstliche Schönheit die Gegenstände in einem ganz andern Lichte zeigt, als sie wirklich sind, und uns nicht - nur eine wenigstens unzuverlässige, wo nicht falsche Vorstellung von denselben gibt, sondern uns auch den einfa» chern, schmucklosern, aber getreuer» Darstellungen weniger günstig macht. Dies zeigt sich besonders seitdem Erscheinen der Bilder aus dem heiligen Lande von Bern atz, gegenüber von den bisherigen Darstellungen, deren künst, lerische Trefflichkeit sowohl als Ungenauigkeit und Unzuverlässigkeit näher nachzuweisen hier nicht der Ort ist. Daß die Bernatz'schen Bilder jenen Stahlstichen in Beziehung auf künstlerische Ausführung nachstehen, und nicht wie diese schon zum Voraus durch den ungemeinen Effeft der brillanten Behandlung daS Auge für sich ein» nehmen, wird Niemand in Abrede stellen wollen, so sehr auch die sieißige, geschickte, den Regeln der Kunst vollkommen genügende Behandlung in Zeichnung und Litho-

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