Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 9/10 (11.1838)
- Date
- 1838-11-01
- Page
- Seite 305 (sequence 49)
- Language
- German
- Belongs to
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SOÄ Wochen ist gesagt worden. In kümmerlicher Zeit, unter Umtrieben und Verfolgungen aller Art rückte langsam der Bau des Tempels, noch langsamer der der Stadt vor, wärts. Entmuthigung herrschte unter der kleinen Colonie der Zurückgekehrten. Neunzig bis hundert Jahre nach der Gestattung deS Cyrus, war Jerusalem noch kaum hinter Thor und Mauer gebracht, und die Errichtung dieser letztem durch Rehemia mußte in Hast und Angst, mit den Waffen in der Hand, geschehen. Die Propheten, die nie auf das Aeußere des Gottesdienstes sondern auf Geist und Wahrheit gedrungen haben, mahnten nicht dazu an, daß man vor allem aus der Lade, dem Leuchter u. s. w. nachgrabe. Esra legte als Grund der emeuerten Kirche, nicht sowohl die außer, lichen Ceremonien des levitischen Tempeldienstes, alS viel, mehr die Einrichtungen, aus denen der spätere Synagogen, Gottesdienst entstanden ist, also hatte auch er nicht Veranlassung als auf eine Hauptsache, auf die un, gesäumte Wiederauffindung der verlorenen Bundeslade zu dringen. Unter allen diesen Umstanden blieb dieselbe einstwei, len, wo sie war, und hatte zuletzt das Schicksal so man, cher vergrabener Kostbarkeiten: geraume Zeit hindurch wagte man es nicht sie hervorzuholen, und wenn endlich die ruhigen Zeiten dazu da wären, so ist die nähere Kennmiß der Sache und des Ortes ausgestorbm. Dieses konnte unter den Juden um so leichter geschehen, da sie unausgesetzt die Ankunft des MessiaS erwarteten, und überzeugt waren, daß nichts auf immer verloren sein könne, sondern wenn Er komme, so werde er AlleS aufdccken, Alles wieder bringen, Alles Herstellen. Das ist auch die Hoff« nung, welche die Rabbinen in ihren Schriften aussprechen in Beziehung auf die BundeSlade. 3«