Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 9/10 (11.1838)
- Date
- 1838-11-01
- Page
- Seite 290 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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Diese Worte enthalten zwei Angaben. Zuerst wird die Thatsache einer gräulichen Verwüstung angekündigt, . welche in Folge der Ausrottung des Messias eintreten werde, sodann wird zwar nicht das Ende dieser Verwüstung voraus bestimmt, aber doch wenigstens in Aussicht gestellt, daß auch der Zerstörer in seinem Theile unter das göttliche Strafgericht fallen werde, und dann für die Trümmer Zions eine Stunde der Erlösung schlage, wie mit dem Sturze des Chaldäer-Reiches die Pforten der babylonischen Gefangenschaft sich öffneten. Die Bezeichnung »Flügel des Gräuels» hasallerdings etwas dunkles, indessen ist hier, wo von der Zer, störung des Heiligthums die Rede ist, nicht wohl an eine andere Zinne zu denken, als an die Zinne des Tempels, und daß Flügel für Zinne stehen könne, ergibt sich schon aus der Stelle Matth. 4, ü., wo das durch Zinne übersetzte Wort in der Grundsprache auch die Bedeutung des Flügels hat. »Flügel des Gräuels» ist soviel als gräulicher (entweihter, verheerter) Flügel oder Zinne. Frägt man aber, warum wohl hier nur der Theil statt des Ganzen, nur die Zinne statt des Tempels genannt sei, *) so scheint der Grund dann zu liegen, daß der Prophet dem entweihten, durch Israels Sünde und der Heiden Verheerung zum Gräuel gewordenen Heiligthum den Namen des Tempels nicht mehr geben will. Ueberhaupt bedient sich Daniel in dieser ganzen Weissagung nie des Ausdrucks Tempel. Er sagt dafür, das Heiligthum, eben «eil er weniger die äußern Gebäude im Auge hat, als viel- *) M» «an in mehrern Sprachen, besonder» im dichterischen «»«drucke, bisweilen da« Dach nennt, um da« Hau« »u bereichnen.