Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 9/10 (11.1838)
- Date
- 1838-11-01
- Page
- Seite 276 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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270 und so treffen auch die äußerlichen Arbeiten des Nehemia und daS geistige Werk des Esra ungefähr auf einen Zeitpunkt zusammen, welcher als der Anfangspunkt der siebenzig Wochen anzusehen ist. Wollte man einwenden, die bestimmte Bezeichnung von '-Jerusalem», von »Gassen und Mauern» (oder Gräben) lasse schwerlich an etwas anderes denken, als daS waS buchstäblich genannt sei, so geben wir zu bedenken, daß die Freunde dieser Auslegung sich doch im LTsten Verse genöthigt sehen, den buchstäblichen Sinn aufzugeben, indem sie das Aufhören des Opfers und SpeiSopfers auch nicht wörtlich nehmen und nicht nehmen können, sondern hier die geistige Deutung eintreten lassen, daß zwar das Opfer und Speisopfer äußerlich im Tempel als Eeremonie nicht aufgehört habe, aber seinem Wesen nach vor Gott abgethan gewesen sei von dem Augenblicke an, wo JesuS das neue Opfer das ewig gilt, auf Golgatha vollbracht hatte, und der zerrissene Vorhang im Tempel das verborgene Heiligthum blos stellte. Wenn nun aber in einem Theile der Weissagung der buchstäbliche Sinn muß verlassen, und ein geistiger muß anerkannt werden, so stehen wir in unserm vollen Rechte, wenn wir die gleiche Auffassungsweise für die ganze Weissagung in Anspruch nehmen, und nicht in einem Verse buchstäblich, in andern aber geistig auslegen. Ist dann im Lösten Verse von einer Zerstörung der Stadt und des Heiligthums die Rede, welche ffeilich ganz buchstäblich so eingettoffen ist, so fällt hier das äußere und das innere Ereigniß in Eins zusammen, denn mit der Stadt Jerusalem und dem Tempel wurde zugleich auch die von. Esra gestiftete Kirche darnieder gestürzt. Unsere Erklärung geht also dahin, daß als Zeitpunkt, wo der Befehl ausgegangen sei zu Herstellung