Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 9/10 (11.1838)
- Date
- 1838-11-01
- Page
- Seite 264 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Ja, für die Israeliten alter Zeiten, und bis ans den heutigen Tag, liegt eben in dieser Weissagung die bedeutsame göttliche Antwort auf die schmerzliche Frage: warum von Jahrhundert zu Jahrhundert der Schutt ZionS unangerührt liegen bleibe, und wohl die Zeiten und die Nationen wechseln, aber nicht die Trauer der Tochter ihres Volks? Die schweigenden Humen verkünden, von Geschlecht zu Geschlecht, daß Israel seinen Gesalbten verworfen hat. Nachdem wirgesehen, mit welchem Zwecke die vor uns liegende Weissagung dem Daniel gegeben worden, und daß dieselbe namentlich nicht sowohl Freudiges anzu» kündigen bestimmt war, als vielmehr dazu, den Propheten selbst und alle seine Glaubensgenossen abzuleiten von allzu lebhaften Erwart»,yen eines balvkgen Eintritts der herrlichen, mcssianischrn Zeit, und He dagegen vorzubereiten auf die schweren Kämpfe, die ihnen bevorstandcn und die heute noch nicht zum siegreichen Ende geführt sind, gehen wir nun zu der Erörterung des Einzelnen über. *) Vers 24. Giebenzig Wochen find bestimmt u. f. w. Dieser VerS nennt uns in gehäufter Schilderung ein herrliches Ziel, welches werde erreicht sein für das Volk Israel und für die heilige Stadt nachsiebenzigWochen. *) In dem neuen Bunte hat da« Buch der Offenbarung Johanni« ebendieselb« Bestimmung. E« dämpft die kühnen, vorschnellen Hoffnungen der Einen und unterstützt den ragenden Muth der Andern. S« reizt die langen Kämpfe für Den, der mit geflügeltem Schritt« mit der Kirche au« der Noth in die Herrlichkeit hinüber gehen wollt«; dagegen deutet e« auf die endlichen Siege für Den, der in der Hitze der Drangsal und in der langen Dernncklung der Dinge ru ermüden beginnt; und bald keine Antwort mehr hat auf die Frage de« Spotte«: hoffest du noch?