Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 7/8 (10.1838)
- Date
- 1838-10-01
- Page
- Seite 250 (sequence 58)
- Language
- German
- Belongs to
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250 bcfandrn wir uns vor drm Thore Jerusalems, welches nach Damast führt. Sofort ging ich in ein Kaffeehaus und wechselte einen Dukaten aus, damit ich meinen Begleitern daS Brod und die Feigen bezahlen, und ihneir auch ein Trinkgeld geben konnte; mich selbst aber stärkte ich durch einen guten Kaffee und ging sodann in's Kloster. Da ich aber in demselben den Offizier nicht vor, fand, so entstand eine allgemeine Bestürzung, und Alle gaben den lieben Mann für verloren. In meiner Wohnung, die mir ein Schlosser dffnen mußte, ruhete ich einige Stunden. Da erschien zu unserer allgemeinen Freude Nachmittag um ein Uhr der Offizier, in Begleitung eines Bauers. Eine Todtenbläße lag auf seinem Gesicht, und eine unwiderstehliche Mattigkeit warf ihn sofort auf sein Bett, welches er noch am folgcnden Tage nicht verließ. Wie ich'ö gedacht hatte, so war es geschehen. Der Offizier hatte sich, während ich in jenem Thale schlief, von mir entfernt, um Wasser zu suchen, und aller Mühe ungcacht, war cs ihm nicht möglich gewesen, mich wieder zu finden. Gegen meinen Willen ersetzte mir der gute Mann die Hälfte meines erlittenen Schadens, weil er sich als Ursache meines Verlustes anklagte. Ich aber freute mich, daß uns Gott aus diesen schrecklichen Gefahren geholfen hatte. Die Geistlichen staunten nicht wenig, als sic erfuhren, was wir gewagt hatten, und was unö auf dieser Reise begegntt war. Dabei ließen sie es an Vorwürfen nicht fehlen, daß wir ihren Ermahnungen nicht gefolgt, und ihren gutgemeinten Vorstellungen kein Gehör gegeben hatten.