Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 7/8 (10.1838)
- Date
- 1838-10-01
- Page
- Seite 246 (sequence 54)
- Language
- German
- Belongs to
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Endlich fanden wir einen Ort, wo cs «ins möglich wurde, über den wilden Bach zu kommen, und nachdem wir durch sei« köstlich schmeckendes Wasser unfern brennenden Durst gelöscht hatten, begannen wir unser mühsames und gefährliches Klettern über Berge und durch Thäler von neuem. Unsere Kleider waren vom heftigsten Schweiße ganz durchnäßt, denn auch die Nacht war warm, ja wärmer als in Deutschland die Rächte in der Erntezeit sind. Doch die Furcht machte unsre Füße leicht, und wir gingen iminer vorwärts. Das zarte Morgenroth verkündigte uns durch seinen milden Gruß das baldige Erscheinen der Sonne; aber noch mußte der Scheitel eines Riesenberges erklimmt werden, ehe wir nach unserer Meinung Jerusalems Thürme erblicken konnten. Ich weigerte mich, weiter zu geben, ohne vorher eine Stunde geruht zu haben; allein der Offizier meinte, daß dieser Berg der Oelberg sei, der ja bald überstiegen sein würde, und dann könnte ich in Jerusalem in meinem Bette weit bequemer ruhen. Daß aber dieser Berg nicht der Oelberg sein könne, war mir anschaulich; da ich aber dem Offizier die Hoffnung, welche ihn stärkte, diese schroffe Höhe mit Much zu ersteigen, nicht nehmen wollte, so folgte ich ihm schweigend, und che wir den Gipfel des Berges erreichten, kam die Sonne aus ihrer Kammer hervor und verbreitete den schönen Tag über Judäas Gebirge. Aber ach! anstal/ Jerusalem vor unS zu sehen, er, blickten wir den tobten See, und waren sonach auf dem Gebirge, welches nördlich der Mündung de- KidronS an dem tobten See gelegen ist. Mittelst der Karte konnten wir uns einigermaßen znrechtfinden und erkannten in dem nördlich sich hoch erhebenden Berge, den Berg der Vrr-