Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 7/8 (10.1838)
- Date
- 1838-10-01
- Page
- Seite 236 (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/4872516-5427189-5427228--0280-4872771- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
rs« Die Geistliche», denen wir diesen Plan mittheilten, machten uns auf die Gefahren dieser Unternehmung aufmerksam, und versicherten, daß wir diese Reise, ohne Bedeckung von zwölf Reitern, nicht unternehmen dürften, weil die Gegend um den todten See und um den Jordan außerordentlich unsicher sei. Für eine solche Bedeckung sollten wir zwanzig Dukaten zahlen, was ich nicht konnte, der Offizier aber nicht wollte. Nun war es aber diesen» nicht möglich den Drang seines Herzens nach jenem Strome zu uuterdrücken; darum lag er mir immer in den Ohren, uud suchte mich zu überreden, die Reise dahin mit ihm, und zwar ohne Bedeckung, zu wagen. Er machte mich darauf aufmerksam, daß uns Gott auf unser» weiten Reisen in so manchen augenscheinlichen Gefahren bcigestandcn, und daß überhaupt keine Gefahr so groß sei, als man sich dieselben vorstellt. »Schämen müßten wir uns, so fuhr er fort, wenn wir in unser Vaterland zurückkämen, ohne den Sec gesehen zu haben, der Sodoms, Gomorras, Adamas und ZeboimS Räume bedeckt, — und den Fluß, in welchem der Welterlöser getauft worden ist, und der ein Wasser enthält, welches (nämlich nach dem Glauben seiner Kirche) eine Kraft habe, die Sündenvergebung denen zu verschaffen, die sich in demselben baden». WaS den letzter» Punkt anbelangt, antwortete ich, so müßte ich ihm den Bescheid geben, daß man die Vergebung der Sünden nicht im Jordan, sondern allein bei Christo suchen und finden könne; die Wichtigkeit der übrigen Punkte aber sei mir sehr einleuchtend. Es ist jedoch, fügte ich bei, mein Leben mir lieber als das Gesehcnhabcu des Jordans und des todten Sees, und die Erhaltung desselben verlangt eS, daß ich nicht den letzten Groschen