Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 7/8 (10.1838)
- Date
- 1838-10-01
- Page
- Seite 229 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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229 in Israel, konnte nicht an und für sich daS Heil geben. Gäbe das Gesetz das Leben, so würde kein Gnadenstuhl versöhnend über die Gesetzestafeln gestellt worden sein. Der Gnadcnstnhl ohne Zuthät von Holz oder Stein, aus purem Golde, nicht gelöthet und nicht gegossen, ein ge« diegenes Werk, zeigte als Hüter und Bewahrer der Lade und ihres Zeugnisses, sowie als Vermittler der göttlichen Erscheinung die Cherubim. Diese Cherubim, von denen so oft gesagt wird, daß der HErr über ihnen throne tz. B. 1 Sam. 4, 4. Ps. 80, 2. Jes. 37, 16.), erscheinen auch bei dem Propheten Hcsekicl als den Thron Gottes bildend (Hesrk. 1,26. ff.), und wieder im neuen Testamente sind es die Cheriibim, welche unter dem Namen von vier "Lebendigen"*) als Thron Gottes von dem Seher geschaut werden. In diesen Cherubim, welche die Propheten im Gesichte schauten, und welche Mose auf der Bundeslade körperlich nachbildete, sind ohne Zweifel jene reinen Geister einer höher« Ordnung versinnlicht, durch welche Gott, als seine Diener, seinen Willen vollbringen läßt, so wie überhaupt die unsichtbaren Kräfte, vermittelst welcher die sichtbare Schöpfung belebt und gestaltct wird. Eben diese nnsichtbaren Mächte und Gewalten hat das übrige, heidnische Alterthum vergöttert und angcbctet. **) Israel aber sollte vor keiner Gewalt sich beugen, als allein vor dem HErrn, seinem Gott. Die Sinnbilder unsichtbarer Kräfte standen wohl über *) Luther überseht Thiere. **) Ein dunkler Ueberrest jene« alten, heidnischen Naturglauben« hat sich selbst unter unserm christlichen Volke bi« auf den heutigen Tag erhalten. Wenn nämlich, wie man bi«weilen hört, die Schicksale der Menschen von den "Planeten-- abhängig gemacht werden, so ist dieß nicht« ander«, al« eben jene Vergitterung der Naturgewalten, die da« Wesen der heidnischen Religionen de« Alterthum« au«macht.