Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 7/8 (10.1838)
- Date
- 1838-10-01
- Page
- Seite 202 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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30» Wir lehren die Religion und üben den Gottesdienst größ« tentheils in Worten, daö Alterthum lehrte seinen Glau, ben und übte seine Gottcsverehrung meistentheilS in Sinnbildern und sinnbildlichen Handlungen. Die Sprache durch Sinnbilder ist auch eine Sprache, und zwar namentlich die der Kinder. Mit diesen reden wir heute noch, oft ohne daran zu denken, sehr vieles in symbolischer Weise, und das Kind faßt leichter und tiefer das sinnige Bild als dm abstrakten Begriff. Darin liegt auch der Grund wes« halb die Menschheit in ihrer Jugendzeit die sinnbildliche Sprache vorzugsweise anwendete. Jetzt, in ihrem ge« reiftcrn Alter, zieht sie das verständige Wort vor. So viel über das Sinnbild (Symbol). Aber was verstehn wir unter Vorbild (Typus)? — DaS Vorbild ist zuerst selbst ein Sinnbild, unterscheidet sich aber von diesem dadurch, daß es nicht wie das Symbol, etwas Geschehenes, Bekanntes, Vorhandenes, wenn gleich Un« sichtbares, abbildet, sondern es (das Vorbild) bezieht sich auf etwas Künftiges, noch Unbekanntes. Das Vorbild ist also ein Sinn-bild, dessen Sinn verhüllt in der Zukunft liegt. *) Es ergibt sich hieraus, daß die sinnbildliche (symbolische) Sprache eine verständliche, die vorbildliche (typische) aber eine nicht verständliche ist. Ferner, daß von Vorbildern und von typischer Sprache nur da kann die Rede sein, wo der offenbarende Geist deS HErrn daS Ereigniß der kommenden Jahrhunderte zum voraus in Bildern andeutete, also nirgend anders sonst, alS in dem gcoffenbartcn Schriftworte. Fassen wir das Gesagte zusammen, so ist ein Zci« chm, eine Rede, eine Handlung *) »Der Txpuist ein prophetische-Symbol», sagt BLhr in seiner unlängst erschienenen Symbolik demosaischen Lultu- (B. i. S. 15); einem Werke, dawir mit dankbarer Anerkennung hier erwähnen mstffen.