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Das Morgenland · 1838-09-01 · 5/6 (9.1838) · p. Seite 165

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Journal
Das Morgenland
Volume
1 (1838)
Issue
5/6 (9.1838)
Date
1838-09-01
Page
Seite 165 (sequence 40)
Language
German
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165 dieser Welt keime», er lernte aber a»lch, welche Leiden rS nach sich zieht, wenn man in diesen Künsten sich ihnen gleich stellt, nnd daß es Ränke gibt, die ein Erbe der Verheißungen Gottes bei schwerer Ahndung sich nicht sollte zu Schulden kommen lassen. Die doppelte Ehe mit LabanS zwei Töchtern, Lea und Rahel, wozu ihn die Unredlichkeit dieses Mannes gleichsam genöthigt hatte, führte, wegen der anfänglichen Kinderlosigkeit der Lea, nicht nur zu Spannung und Unfrieden im Hause, sondern zu noch einer doppelten Nebcnverbindnng mit Bilha und Silpa. *) *1 Wer unbefangen und redlich uriheilen will, muß diese» häusliche Verhältniß mit keinem andem Maasstabe alt dem jener Zeit messen. Denn e« kann doch mit Billigkeit an Niemand in der Welt die Forderung gestellt werden, daß er seine Leben«sitte nach einem Jahrhundert einrichte, in dem er Nicht lebt und von dessen Grundsätzen er keine «kenntniß hat. Man unterscheide wohl »wischen den Gesetzen von gnt und HKS, welche unveränderlich find für alle Zeiten» und den Gesetzen der Titte, welche nur nach und nach, mit der steigenden Lrkenntniß der Jahrhunderte, klarer und zarter werden. Fehltritte. wie der von Jakob auf Anstiften der Mutter gegen den alten Vater Isaak begangene, hätten nie sollen beschönige» werden. Dagegen sollte man auch die Männer der alten Zeit nicht dadurch schmähen, daß man die Sitten und Begriffe unserer Tage ihnen will »um Gesetze machen. Di« Ehe de« Jakob. wonach er »wei leibliche Schwestern miteinander »u Frauen hatte, ist später im Gesetze ausdrücklich verboten worden. In jener ältern Zeit aber hatte noch Niemand das Bewußtsein. daß hierin etwas Ungeziemende« liege. Ebenso rechtfertigt« da« Beispiel der Sara, welche, um nicht , kinderlos zu bleiben, ihrem Mann die Kagar in ein« Nebenehe gab, den Schritt der Rahel, die au« einem ähnlichen Grunde die Verbindung mit Bilha «inleitete, wodurch Lea ihrerseits sich auch berechtigt sah. in Beziehung auf Silpa ein Gleiche« zu thun, und nach damaligen Begriffen sah eine Frau hierin so wenig etwa« Unrechte«, daß Lea in der Geburt de« Jsaschar einen Segen erkennt dafür, daß sie sich dazu verstanden habe, Silpa mit Jakob zu verbinden.

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