Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 2/3 (7.1838)
- Date
- 1838-07-01
- Page
- Seite 77 (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
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77 ben sie durch die neuesten Vorgänge in Synen die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich gezogen, so daß wir, wenn wir nach und nach die verschiedenen Bevölkerungen Palästinas wollen kennen lernen, nicht unzweckmäßig de» Anfang machen können mit dem Volke der Drusen. Um aber nicht unsere Leser unvorbereitet in ein un- \ bekanntes Land einzuführen, müssen wir, ehe wir die Gipfel deS Libanon ersteigen und die Drusenstämme auf« suchen, vorher einen Blick werfen auf _ die Bewohner von Palästina überhaupt; denn in diesem Lande befindet sich ein buntes Gemisch der verschiedensten Menschenarten. Merkwürdigerweise ist nicht eine Nation gegenwärtig Bewohnerin des israelitischen Landes, sondern auS allen Jahrhunderten und fast aus allen Nachbarvölkern sind Stämme oder Familien übrig geblieben oder einge« wandert, und wohnen in den verschiedenen Theilen Palästinas. Auch in politischer Hinsicht ist es kein Staat für sich. Die Türken, denen bis vor kurzem Palästina unterworfen war, haben es, wie früher die Römer, zu Syrien gerechnet. In Damask war ein Pascha, und einer in Akra. Die Scheidelinie zwischen den Gebieten dieser beiden Pascha lief in südlicher und südwestlicher Richtung vom Libanon bis in die Wüste im Süden des Landes so hinab, daß der größere Theil des alten Judäa und Samariens, nebst Gilead u. s. w. dem Pascha von Damask zufiel, der ehemalige Küstenstrich der Philister aber und Galiläa dem Pascha von Akra gehörte. So war kein Regierungssitz nach Jerusalem verlegt; zwei Pascha herrschten über das Land Israel, welches aber als zu Synen gehörig betrachtet wurde. Wir erkennen auch hierin eine absichtliche Fügung Gottes. Palästina in po«