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Das Morgenland · 1838-07-01 · 2/3 (7.1838) · p. Seite 53

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Journal
Das Morgenland
Volume
1 (1838)
Issue
2/3 (7.1838)
Date
1838-07-01
Page
Seite 53 (sequence 21)
Language
German
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53 »ig, aber deö Landes Geschichte, die man nur aus dem Buche kennt, läßt sich nur mit einiger Anstrengung/ und nicht ohne Lücken und Dunkelheit, im Geiste zusammensetzen. Unsere Leser mögen es zum Beispiele versuchen; vorausgesetzt, daß sie sich auch nur einigermaßen mit Geographie und namentlich biblischer Geographie beschäftigt haben, so wird Vs ihnen ein leichtes sein, die Lage von Palästina und seine Hauptgränzen sich im Geiste zu ver« gegenwärtigen; sie sehen im Norden den Libanon, aus ihm zieht sich der Jordan herunter und verliert sich in dem tobten Meere, das im Süden des Landes sich aus« dehnt; im Westen erstreckt sich die Küste des Mittelmeeres u. s. w. Ebenso ist die Lage der Provinzen Judäa, Samaria und Galiläa Jedem bekannt, und ohne Schwierigkeit folgt man der Richtung, wenn z. B. die Rede ist von einer Reise Jesu aus Galiläa nach Jerusalem, die ihn durch Samarien führte. Gehen wir aber von dem Geographischen zu dem Geschichtlichen hinüber, so wird der Unterschied sehr fühlbar sein, und eine große Zahl unserer Leser wird durchaus keinen klaren Blick haben z. B. in den geschichtlichen Theil der neutcstamentlichen Zeit. Es treten da verschiedene Beherrscher auf: römische und jüdische; Landpfleger und Könige, welche letztere meist Herodes heißen. Die Herrschaften wechseln; nach Herodes und Archelaus finden wir in Jerusalem bei dem Tode Jesu den römischen Landpfleger als höchste weltliche Behörde, aber wenige Jahre darauf (Ap. Gesch. 12.) übt dort wieder ein Herodes das Recht über Leben und Tod, wogegen später, als Paulus in Jerusalem festgenommen wird (Ap. Gesch. 21. u. folg.) kein Herodes mehr da ist und die Römer wieder die machthabende Behörde sind. Wer hak nun hierüber einen klaren Uebcrblick, auch nur so klar als über die Karte des Landes?

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