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Das Morgenland · 1838-06-01 · 1 (6.1838) · p. Seite 32

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Journal
Das Morgenland
Volume
1 (1838)
Issue
1 (6.1838)
Date
1838-06-01
Page
Seite 32 (sequence 37)
Language
German
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Weltherrschaft. Jetzt, wo die Macht der Muhammedaner zu« sammenjubrechen anfängt, erkennen diezweimächtigsten unserer christlichen Staaten aufs neue die dohe Bedeutung dieser Gegenden, besonders für den großen Handelsverkehr zwischen Europa und Indien. An den beiden Meeren im Norden unserer Karte, dem schwarzen und dem kaspischen, hat die russische Macht sich festgesetzt und dringt mit ihrem Ginsiuffe immer südlicher, während die Engländer vermittelst der beiden andern Meere, dem rothen und dem persischen, sammt dem Flusse Euphrat ihren Handel mit Indien sich zu erhalten suchen. Ein Versuch mit Dampfschifffahrt auf dem Euphrat ist den Engländern mißlungen, dagegen haben sie neuerlich in den Besitz eines Seehafens, einer Stadt und eines Bezirkes, mit Namen Aden, am Eingang deü rothen Meeres sich gesetzt. Um das Blatt nicht mit Namen zu überladen, mußte man sich auf die wesentlichsten beschränken, und man ist dem leichtern Verständniß dadurch zu Hülfe gekommen, daß die Lltern Namen, die außer Gebrauch sind, in blauer Farbe angegeben wurden. In die öde Wüste zwischen dem rothen Meere und dem Euphrat haben wir eine Zeichnung verlegt, welche nicht blos eine willkührliche Zusammenstellung ist. Es ist eine naturgetreue Ansicht der so berühmten Ruinen von Tadmor oder Palmyra, der von Salomo (2. Chron. 8,4.) mitten in der Wüste, gegen dem Euphrat hin, angelegten, einst so blühenden und mächtigen Stadt. Die Zeichnung läßt uns einige wandernde Beduinen erblicken, in der Art und Weift, wie diese Enkel Jsmaels heutzutage in ihren angestammten Wildnissen zwischen den Trümmern untergegangener Größe herumziehen. Diese Ruinen von Tadmor und die Beduinen unserer Tage — sie sind ein sprechendes Sinnbild des alten und des neuen Morgenlandes.

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