Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 1 (6.1838)
- Date
- 1838-06-01
- Page
- Seite 2 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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r und Religionssysteme, so weit wir sie kennen, tragen die unverkennbaren Spuren des Einflusses der alten patriarcha« lischen GottcSerkenntniß. Aber diese ging nur allzuschnell unter in den Eigrnthümlichkcitcn jedes Landes und Volkes, in der Gewalt der Herrscher, in den Verirrungen der Priester. Da war Gefahr, daß die Erkenntniß des wahren Gottes sich nicht auf Erden erhalten werde; denn das Ansehn, die Macht und der Aufschwung war vereinigt in diesen jugendlich blühenden Staaten; aber es hatten diese Staaten vom guten Grunde, auf den sie gestellt waren, bald sich entfernt und jeder auf seine Weise eine irrige Richtung genommen, die ihn im Laufe der Jahrhunderte in die verkehrteste Abgötterei hineinführte. Nun envählte Gott der HErr sich auch ein Volk und einen Staat oder ein Reich. Gab es ringsum menschliche Staaten, von Menschen geleitet, mit blos menschlichen Zwecken, die alle nach längerer oder kürzerer Blüthe wieder sanken und andern Platz machten, so gründett nun der HErr ein Reich Gottes, das, von Ihm geleitet, dem göttlichen Zwecke der Heiligung der Menschheit dienen, und das von Stufe zu Stufe im Laufe der Jahrhunderte und der Jahrtausende immer höher, freier, geistiger und umfassender sich entwickeln sollte. II. Dieses Reich GotteS ward auf die Erde gestellt im Morgenlande; feine ersten Bürger waren Abraham, sein HauS und seine Nachkommen; dieses Reiches Nachn'chten, Gesetze und Verheißungen sind verzeichnet in der Bibel oder heiligen Schrift; seine Ausdehnung erstreckt sich über Land und Meer, wo Menschen wohnen; sein ewiger Mittelpunkt, sein lebendiges, heiliges Haupt ist Gott, der Gott Israels, geoffenbart in Jesu, dem Heilande. Wir