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Der nationaldeutsche Jude · 1934-04-01 · Nr. 1 (April 1934) · p. [Seite]

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
13 (1934)
Issue
Nr. 1 (April 1934)
Date
1934-04-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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Lebt Zwifcbehfeld? I. An Hans Neufachs. t ’ ' Herr Zwischenfeld, von welchem unstreins schon glaubte, daß er gar nicht mehr vorhanden, . obwohl im Blättchen des Centralvereiys bislang kein Nekrolog auf ihn gestanden: Dem wir so manchmal folgten (mit dem Blick), wenn er auf seinem Zickzackweg gewandelt und wenn er mit dem widrigen Geschick beherzt gelungen'— oder doch gehandelt. Er lebt — was man so heute leben nennt, wir wissen seine Sorgen wohl zu schätzen —. Gleichviel, er lebt, und müht sich permanent, dies auch in Zukunft weiter fortzusetzen. Zwar war das Vorjahr gar kein Gentleman, es hat ihn ziemlich übel mitgenommen, denn das, was er so treffend mit „G. N." bezeichnet, ist nun doch zur Macht gekommen. Zgsammenhrach bet gan# schöne Bau, den man ihm eifrig in den Weg gezimmert, mnsonst war alle Mühe des C.D.. - sie hat vielleicht die Sache noch verschlimmert. Es half auch nichts, daß unser. Judentum sich mit so vielem Glanz verstand zu putzen: Feuchtwangets, Kerrs. selbst Albert Einsteins Ruhm " War nur von äußerst relativem Nutzen. Die sind nun fort, (wem täte es nicht leid, daß sie die Grenze uns'res. Reichs verliehen. Wer gönnte ihnen nicht die Möglichkeit-, . die Früchte ihres Tuns hier zu genießen!). Herr Zwischenfeld dagegen* blieb daheim. Wie's ihm erging? Noch kündet fein Ergehen kein Heldenlied wie sonst, kein kesser Reim, umspielt von etwas störrischen Trochäen. Dies, Neusachs-Hans, geht nun und nimmer nicht! Und mit dem Narrenrecht der Faschingsfeie Fordr' ich von dir darum ein neu Gedicht vom Zwischenfeld! Gruß Deine Altpreuß-Grete. II. Antwort. Hör'. Altpreuß-Grete. und laß' dir sagen: Ich schwang die Pritsche in milderen Tagen. Da glaubten wir noch, daß man lachen durfte. Wenn Zwischenfeld schwankend durch's Deutschtum schsurft«. Wenn in dem Geipäsch des Centralvereins Er die Formel faüd seines „Judeseins", Wenn mit Deutschland nach besten Geschäftsmanieren Er auf fünfzig Prozent wollte akkordieren. Drvm haben wir damals ihn konterfeit. In seiner „synthetischen" Jämmerlichkeit, . ' Und hofften, er müßte wie Lohengrin. Wenn man ihn erkennte, von uns ziehn. Und haben geglaubt: auch der Hohn vernichtet! -- Und haben auf ihn nur spitzig gedichtet. Doch er spürte gar nicht der Pritsche Streich. Denn sein Fell ist Glibber, schleimig fund weich. Und als wir noch glaubten, man würde uns hören Und wir könnten doch noch das Unheil beschwören. Hat Zwischenfeld. weiter sein Wesen getrieben. Und als alles stürzte — er ist geblieben! Erst ist er natürlich -ein bißchen geflüchtet . ° , Und hat seinen Gram im Ausland gezüchtet. > Dort lie^ man ihn „Neues" aus Deutschland erklären Und formte draus alt« Greuelmären. Und er kam sich überaus wichtig vor. Doch dann kam's ihm selbst nicht mehr richtig vor. Denn er > war auch drüben nicht, allzu beliebt, ' Weil's schließlich überall ZwischenfeldS gibt. Und er hatte doch auch in Deutschland Bekannte. - Vom Reichsbanner selig, und Geistesverwandte, Und für den Notfall war schließlich da , Der Vetfer Betweenfield aus U. S. A. Und mit l bem Geschäft, da kann man sich drehen: Es gibt »a Vereine, die das verstehen. Und Beislin bleibt Berlin und Kunden sind Kunden. — Und so hat er dann wieder Airückgefunden. Jetzt sieht man ihn wieder in Kino und Bar. Noch ein bißchen gedrückt — weil doch Umbruch war —, Und er spricht auch noch von seelischen Schmerzen. Doch es >kommt ihm nicht mehr so recht von Herzen. Er hat das „Gebot der Stunde" erkannt: — Die Jüdische Rundschau ist zu interessant! — Jetzt muß man vor allem die Fühlung bewahren Mit denen, di« früher noch jüdischer waren. Und es gibt nur die jüdische Einheitsfront. Man haf das nur früher nicht so gekonnt. Doch die. „Reichsoertretung" ist rührig und schlau. Das weiß man im R. j. F. und C. D„ Denn bei allem „Weltanschauunas"-Gekeife Tanzt alles doch nach der Zionspfeife. Und man braucht ja auch gar nicht auszuwandern. Wer das will, — schön! Das ist gut für die andern! Und man sagt ja, die Oberen sehen es gern, Wenn die Juden sich selbst in's Ghetto sperr'«. Und wenft man das tut. ist man ganz loyal. ' Auf's Deutschtum verzichten? Ist auch egal. Man verzichtet ja schließlich nicht ganz und. nicht ehrlich. Denn das wäre womöglich wieder gefährlich. Doch man kann's wie gewisse Zeittingen halten: Die haben ja auch verschiedene Spalten. In der einen wird weiter das Deutschtum verkündet. In der anderen wird ein „Kulturbund" gegründet. In der einen heißt es: es gibt kein« Raffen! In der andren: „die Kinder im Ghettoklassen!" ' Da kann man zitieren, wie's gerade trefft. Gesinnung ist gar kein schweres Geschäft, Und wenn man nur stets seine ..Würde" bewahrt. Bleibt klares Bekenntnis auch heute erspart. Und schließlich: man lebt und sieht auf sein Geld. — Und so bleibt man der ewige Zwischenfeld. Du. Altpreuß-Grete, hör' auf ihn hin Und such' in der Narrheit den traurigen Sinn! . . Und sollti dir dann nicht das Lachen vergehen. Dann bist du von denen, die niemals verstehen. Was uns vor Jahren noch komisch erschien. Ward Hunderttausenden Schmach und Ruin. Man hat (uns schon einmal das Deutschtum zerschlagen: Soll Zwischenfeld heute das nochmals wagen? . - Soll er >ms allen das Ghetto bauen? Heut' heißt es nicht spotten, heut' heißt es hauen! Vorbei ist die Zeit der Sticheleien. . Heut' gilt es. den Kampfruf hinauszuschreien Gegen alles, was unser Deutschtum zerstört, - Was nicht mehr belustigt, was nur noch empört. Wir müssen der Jugend die Zukunft zimmern. j Mag Zwischenfeld noch so toben und wimmern. Drum rüste zum Kampf«! Sei klar und hart! ‘° Die Zukunft wächst aus der Gegenwart. Verlierst du dich heute wieder tn Spott Und hilfst du dir selbst nicht, so hilft dir kein Gott. Vorbei ist vorbei, und was morsch ist. muß fallen. , ' D'ein Kampf gilt dir uiuh uns Deutschen allen. Aut daß unser Deutschland bluy' und wachs'. Ruft dich zum Streite Dein Hans Neusachs. Ausdrucke kommt, daß die VersanHnlung durch den Rabbiner l)r. Goldmann „mit einer Schar Anhänger" geflissentlich gesprengt worden ist. Auch in der Neuen Leipziger Zeitung iit ein kurzer, aber rein sachlicher und zutreffender Bericht erschienen. lieber die Schwindelberichte des „Israelitischen Familienblattes'.', det „C. V.- Zeitung" und anderer alljüdischer Organe ist kein ernst- Haftes Wort zu verlieren. 8. Lehrlinge, die das Klempner- oder Tischlerhandwerk erlernen wollen, können sich bei unserem Mitglied Herrn Klempnermeister Mar Tichauer, Berlin, Katzbachstraße 3 (F 5 Bergmann 8266), melden. 9. Iugendleiterin, staatlich geprüft, sammelt Kinder zu Nachmittags-Spielkreisen, Schul- und Bastelarbeiten, gibt auch Einzel-Nachhilfestunden. Meldungen bei unserer Geschäftsstelle. Der Verbandsfiihrer. Hauptschriftleiter und verautwottlich: l)r. Max Naumann, Berlin-Schöneberg: Berlag: Verband nationoldeutscher Joden T. B, Berlin W 35. — Auflage Dezember 1933: 14 540. — Druck von Stob. Rohde Nchflg., Berlin W 35.

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