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Der nationaldeutsche Jude · 1934-04-01 · Nr. 1 (April 1934) · p. Seite 10

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
13 (1934)
Issue
Nr. 1 (April 1934)
Date
1934-04-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Der „Deutfcbe“ Vortrupp und dergl Hn die Vielen Es gibt allerband. So z. B. den „Deutschen Vortrupp", eine Vereinigung vermeintlich jugendlicher Juden, die sich durch besondere Verworrenheit auszeichnen, natürlich eine Zeitschrift berausgeben und von einem l)r. Hans-JoachimSchoeps angeführt meiden. Dieser Schoeps erläutert im Januar-Heft seiner Zeitschrift sein „Deutschtum" wie folgt: Wir lehnen die Assimilation um jeden Preis ab. Es . gibt heute zwei Arten von Assimilation: Die eine iit die Assimilation des sera Kaudesch an die Völkerwelt zum eigen ständigen Voll: die andere iit die Assimilation des sera .Kaudesch an den Weltoölkersamen. Die "beiden Gesichter dieses Januskopfes tragen die Züge von Theodor Herzl und Mar Naumann. Die deutsch-völkische Assimilation iit eine langsam grausig werdende Persiflage, die infolge der recht deutlich gewordenen Sprache der Ereignisse heute ihre..innere Selbstaufhebung erfährt und sich mit dem Bankrott Des nalionalliberaten Fortschrittsdenkens als eine Art von jüdischer Schnellfäule herausstellt. Die. jüdisch - völkische Assimilation hingegen ist weniger grotesk «wiewohl schon der Gedante durch Landankauf eine Nation zu begründen grotesk genug iitl, als vielmehr tragisch: denn dieser Jischuw Erez Jisroel leitet das traurigste Kapitel unserer Eolusgeschichte ein. Es iit wahrhaft hcrzzerreihend. dah unsere besten jungen Menschen für ein? ungeschicbtliche Paradoric guter Meinung, aber unverantwortlich geopfert werden. —- llnsere Verantwortung für Klal Jisroel i"t nämlich wirklich und nicht ienlimentaj. Diese krUlallklaren Ausführungen werden im-„Schild", den, Organ des Neichs Hundes jüdischer Front s o l d a l e n . mit lebhafter Zustimmung zitiert, da ja l)r. Schoevs v'fcnbar gegen den verruchten Naumann ist und im übrigen der Meinung Ausdruck gibt, der R. j. F. „werde -ruinier mehr zur Organisation des deulschbewuhten.Judentums". Inzwischen bat sich der Ncichsbund jüdischer-Frontsoldaten auch noch andere Jugendorgänisalionciz ang'cgkicdert. die sich durch - älmliche Klarbeil der Anschauungen auszeichnen, so die Neite des ehemals wirklich deutschen „Schwarzen Fähn l e i n". jetzr gerührl von einem Herrn Mauer, dem sein Vorname P a u l ofsenbar nicht deutsch genüg war und der daher mir dein selbitverliehenen Vornamen „Vogt" vor die erstaunte Oelfentlichkeil tritt «siebe ebenfalls den „Schild"». Dieses-besonders schwarze Fähnlein hat sich wiederum" mit dem «von unserem lieben Eentral.Vercin stammenden» „Bund deutsch-jüdischer Jugend" zusammengetan: beide Bindestrich-Organisationen - verkünden in einer gemeinsamen Erklärung, das; sie „die jüdische Jugend in Deutschland in Verantwortung vor deutscher und jüdischer Geschichte erziehen" und das; sie „in geineinsamer Front stehen, jedoch ihre innere wertvolle Vielgesralt wahren" wollen. Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten wiederum finb'et, dah es für ihn „mehr als ein Snmbol" sei. wenn auf einer sogenannten Arbeitstagung zu Lehnitz die SnNdici des R. j. F. und des E. V. „spontan der Jugend «diese r Jugend! Anm. d. Schrift^.» die Hand zu gemeinsamem Tun reichten". Auch wir -finden, das? dies „mehr als ein Symbol" iit. Schlieszlich iit es ja auch mehr als syinboliich, wenn der «ohne 'Bindestrich» Deutsche Fckuil sagt: Mich dünkt, ich hör' ein ganzes Chor Von lrunderttauiend Narren spreckien. - Gottesland Vaterland ist Gotteslan^. Gott bates gegeben. Wo Er dich ins Leben rief, sollst und kannst du leben. Er gab dir das Heimatland und die Muttersprache, Halte hoch dies Gottespfand bis zum letzten Tage. Wenn der Mutter Herz dir grollt, mutzt du bich bezwingen. Unentwegt und unverzagt um ihre. Liebe .ringen. . Wfe's auch kommt, halt ihr die Treu, iah dich nicht verbittern, Wahre Kindesliebe läht sich durch nichts erschüttern. Denke deutsch und handle deutsch, halt dein Deutschtum hoch in Ehren. Wenn man dich auch undeutsch schilt, deutsch zu fühlen/ kann dir niemand wehren. Vaterland ist Gottesland, wanke nicht in diesem Glauben! Menschenwort und Menschenhand kann, was Gott gab, dir nicht rauben. X «Halle a. S.). Meint Ihr. an uns nationaldeutschen Juden seien die Ereignisse des Jahres 1933 spurlos vorübergegangen? Glaubt Ihr wirklich, unser Herz sei aus Stein und habe nichts empfunden, als wir mit zehntausenden Anderen jäh aus der Lebensbahn geworfen wurden? Seid Ihr töricht genug, anzunehmen. wir seien gefühllos geworden, nur weil Ihr von »ns keine Klagen vernommen habt? Wir haben wie Ihr, nein mehr als Ihr, die Bitterkeit dieses Jahres empfunden. Der Schmerz des grohen Umbruchs, bei dein neben Schuldigen so viele Unschuldige getroffen wurden, bat; keinen von uns verschont. Aber wenn wir im Graben liegen, dann dürfen wir nicht weich werden, wenn rechts und links von uns Andere zusammenbrechen., Undwenn wir im Vormarsch sind, dann darf es uns nicht kümmern, wenn liebe Kameraden niedergestreckt am Wege liegen bleiben. Um jeden, der fällt, ist uns weh. aber wir wissen, dah auch uns das gleiche Geschick zuteil werden würde, wenn auch wir zurückblieben und ihnen helfen wollten. Wirkliche Hilfe könnten wir ihnen' nicht geben, wir selbst aber würden schwach und müde werden und nie wieder den Weg zur vorrückenden Truppe finden. Wir sind iit weitem Ilmfange von der Mitwirkung am deutschen öffentlichen Leben abgeschaltet. Ihr meint, das sei die recht» Zeit, sich in sich selbst einzuspinnen und sich mit sich und seinem/engeren Kreis zu begnügen? Wir meiren, es gibt heutenur eine Schuld, die zum Verbrechen an kommenden Generationen wird. Wir dürfen unter keinen llinitänden der tatsächlichen iAbschaltung die seelische und geistige Abschaltung folgen fassen. Wenn einst — und dieser Tag wird koininen —• die Schranken gefallen sind, die heute noch zwischen 'Deutschen ünd Deutschen bestehen, dann dürfen wir und dürfen unsere Kinder dem Deutschland von heute und von morgen nicht fremd ^gegenüberstehen, verständnislos für die Entwicklung, die sich ingwischen vollzogen hat. Gerade heute, wo mancher von uns mehr Zeit hat, als ihm lieb ist, sollen wir uns mit beit geistigen Kräften des neuen Deutschland vcrtiaut machen und mit ihnen auseinandersetzen, wo es notwendig ist, keinesfalls aber dürfen wir uns geistig ünd seelisch der ljebendigen Entwicklung entfremden. Das Ghetto von heute, das Ihr errichten wollt, würde rab unserer Kinder sein. Kr. das Gi Der„Konfclttion9ton“ Unser ^Verband hat im Einverständnis mit mahgebe.nden nichtjüdischen Stellen an etwa 300 Konfektionsfirmen das nachfolgende Rundschreiben versandt: > - Wie wir von den verschiedensten Stellen hören, gibt es innerhalb Ihrer Branche Firmen, deren Inhaber oder leitende Angestellte selbst heute noch nicht erkannt hahen, dah es unbedingt notwendig ist, sich hinsichtlich sozialer und moralischer Gebarung, besonders im Verkehr mit den Angehörigen i der eigenen Betriebsgemeinschaft, den ethischen Grundsätzen anzupassen, die heute endlich wieder allgemein zum Durchbruch gelangt sind. Insbesondere gehen uns von nichtjüdischer wie jüdischer Seite bewegte Klagen darüber zu. dah der ja leider sprichwörtlich gewordene „Konfektionston" immer noch nicht überall einem zurückhaltenden, angemessenen Wesen weichen will. Wir sind davon überzeugt, dah Sie gleich uns den dringenden^ Wunsch haben, diesen Uebelständen abzuhelfen, ehe es zu^ spät ist. und bitten Sie daher, alles, was in Ihren Krqften steht, zu tun, um in allen Fällen, in denen Ihnen derartige Zustände bekannt sind oder werden, im allseitigen Interesse Abhilfe zu schaffen. Es ist bezeichnend, dah etwa 2 Dutzend Firmen sich durch dieses allgemein gehaltene Warnungsschreiben persönlich getroffen gefühlt und mit teils Mur albernen, teils unflätigen Protestschreiben (z. T. natürlich anonym oder mit falscher Unterschrift) geantwortet haben. Wir behalten uns vor. aus diesen Antwortschreiben ein paar besonders bezeichnende Stichproben zu bringen, sobald uns der Raum zur Verfügung steht. Für heute sei nur erwähnt, dah eine der Firmen von' „Assimilierungs-Methoden" spricht, durch die wir „anderen Gruppen von Menschen eine Waffe geben gegen die doch mit uns befreundeten (!) Juden, denen wir geistig dienen wollem (!)". Wir werden selbstverständlich fortfahren, mit diesen und noch kräftigeren „Assimilierunas-Methoden" den üblen Subjekten. die dürch ihr Verhalten Vorwände für verallgemeinernde Judenbeschimpfungen bieten, „geistig (und nötigenfalls auch körperlich) zu dienen".

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