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Der nationaldeutsche Jude · 1933-12-01 · Nr. 5 (Dezember 1933) · p. [Seite]

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
12 (1933)
Issue
Nr. 5 (Dezember 1933)
Date
1933-12-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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m „Glück" Ein Freund der deutschen Sache, der heute in einer anderen jüdischen Bewegung wirkt, hat mir vorgehälten, ich hätte keine „glückliche Hand" gehabt, weil es mir nicht gelungen sei, unserem Verband eine große Gefolgschaft zu sichern. Der Kritiker bezieht sich auf Friedrich den Groben, der einmal gesagt hat. seine Generäle mühten Glück (der König sagte: „fortune") haben. Nun, auch der große König hat manchmal Aussvrüchc getan, die man nicht allzu wörtlich nehmen, die man nur aus der Seele d'es überlegenen Spötters verstehen darf. Lrfolgsanbeterei war wohl das Letzte, was k^riclericus Rex empfehlen wollte. Sie lag ihm nicht. Auch uns hat sie nie gelegen. Wir wollten stets nur eine Gefolgschaft von 18 karätigen Deutschen. Hätten wir uns mit Legierungen begnügt, so häthm wir schon vor 18 Jahren und erst recht im März 1933 ei^en Massenzulauf gehabt. Statt dessen! haben wir die Mitgliedersperre angcordnet. Wir sind ein kleiner, aber-einheitlicher und stoßkräftiger Verband geblieben. Ist'das Mangel an kortune? Und. wenn wir Kleines mit Großem vergleichen dürfen, wie stand es mit Friedrich dem Einzigen selbst? Er hat Hose - Niederlagen erlitten, hat sich viele Jahre mit'einer .Welt von Feinden geschlagen,, ist von vermeintlichen Freunden enttäuscht worden und starb als alter, verbitterter, menschenscheuer Mann im Lehnstuhl seines Schlosses, das wie zum Spott Sans Souci heißt. Aber er hat sein Preußen groß gemacht und die Nachwelt weiß cs. Wasist „kortune"? M. N. JVlaieircbaft Durch diesen Aufruf ergeht ein dringender Appell an alle Töchter unserer Mitglieder im Alter von 8—16.. Jahren. Wir haben' begonnen, die Mädchen in einer Iugendgruppe zusainmenzuschließe». am sie in einer ihrer Entwicklungsstufe gemäßen Form in die Idee und den Sinn unseres Verbandes einzuführen. Wir haben diese Einrichtung, aus der Einsicht ~ in die dringende Notwendigkeit unternommen, die, mehr oder welliger ausgesprochen, als Forderung von der Jugend und der Zeit heute an uns gestellt wird. Da auf der einen Seite der Zusammenschluß der nichtjüdischen, auf der anderen Seite der der uationalj «bischen Kinder besteht, ist es erforderlich, daß zunächst-auch für die n a t i o n a l d e u t s ch - gesinnten Kinder jüdischen Stammes eine gleiche Gemeinschaft gesckzaffen wird, zu der sie sich zugehörig fühlen können. Es kann nich^ausbleibcn, daß die Kinder'alle früher oder später gezwungen sind, sich mit dem Zeitgeschehen und seinen Fragen zu beschäftigen, um zu einer klaren Entscheidung zu kommen. Damit sie für diese Auseinandersetzung vorbereitet und fähig gemacht werden, wollen wir ihnen einerseits aus unserem Gemeinschaftserlebnis bei Spiel und Arbeit die Kräfte dafür geben und andererseits^ versuchen, in ihnen das Bewußtsein für die Verwurzelung in dem deutschen Umkreis zu erhalten. Die Kinder sollen erkennen, daß ein grundsätzlicher Gegensatz zwischen „Deutschtum" und „Judentum" nicht oorb a-n d e n ist. Wir wällen mit ihnen die deutschen Volks- und Wanderlieder singen.» mit ihnen lesen aus der guten deutschen Literatur, wollen' sie durch Wandererlebnisse, ihre, deutsche Heimat kennen und liehen lernen und sie dadurch daram glauben lassen, daß Deutschland ihre Heimat ist.und bleibt, wenn sie selbst dafür Mitarbeiten. Wir glauben, daß, durch solch eine Ausgestaltung die äußere Trennung von der Gemeinschaft der nichtjüdischen Kinder ausgeglichen und umgewandelt wird in eine innere Verbundenheit, die erwächst aus gleichgeaneter Erlebnirsphäre. -Es ist wichtig, daß unsere Mädels auch von ihrem deutschgerichteten Erupvenerlebnis berichten können und dadurch für den lebendigen Austausch mit ihren nichtjüdischen Kameradinnen im nationaldeutschen Mädchenbund vorbereitet werden. - ' . Aus der kurzen Zeit des Bestehens dieser bis jetzt leider noch kleinen Gruppe wissen wir. wie dankbar und freudig diese Kinder auf alles Gebotene an gemeinsamem Leben antworten, und daß das Bedürfnis danach sehr stark vorhanden ist. L. P. Vcrbandenadmcbten 1. Hanptvrrsammlnng. Die Versammlung würde von hem bisherigen Vorsitzenden I u st i z r a t vr. <§ iegman n eröffnet. der seine Amtsniederlegung bekannt gab und dre Bersammlungsleitung dem Verbandsführer vr. Naumann übertrug. Dem gesamten bisherigen Vorstand wurde einstimmig Entlastung erteilt. Die Satzung wurde auf das Führerpnnzip umgestellt. Zum alleinigen Vor st and .(Verbandsführek) wurde vr. Mar Naumann gewählt, sein. 1. Stellvertreter ist Rechtsanwalt Walter Simon, sein 2. Stellvertreter vr. Fritz Fabian. Nach einem Bericht des Verbandsführers und einer regen Aus» spräche beantragte Studienrat Ofner eine Ber» trauenskundgebung für den Verbandsführer, die durch Zuruf beschlossen wurde. In seinem Schlußwort sprach der Vcrbandsführer den bisherigen Mitgliedern des geschäftsführenden Vorstandes, in erster Linie Herrn Vr. S i e g m a n n. seinen Dank für die langjährige und verantwortungsbewußte Tätigkeit aus. Der weitere Vorstand bleibt als Beratungsorgan bestehen. Er wird von dem Verbandsführer durch Neuberufungen ergänzt und nach Bedarf einberufen werden. In den Führerrat. der ebenfalls beratende Stimme hat. aber im allgemeinen allwöchent.ich Zusammentritt, sind von dem Vcrbandsführer berufen: W a l t e r' S i m o n <1. Stellvertreter des Verbandsführers), vr. Fritz Fabian <2. „ „ „ ). Curt Ofner, vr. Julius Werther, Vr. Leopold Samolewitz. KurtRosenow. vr. Kurt Machol, E r i ch K u s ch n i h k y, Richard Joseph. 2. Verbandsämter (Berlins. Aktionsführer: Werner Hasenberg, Berlin NW, Iagowstraße 23; Stellvertreter: Hans Wolff, Berlin-Schöneberg. Heil» bronner Straße 6. Sportführer: Arthur Joseph, Berlin NW. Crefelder Straße 10; - Stellvertreter: Berthold Lichtenstein. Berlin W. Spessartstraße 5. Z. Bezirksgrippen Berlin. Die Einteilung und Ueberwachung der Bezirksgruppen erfolgt durch den Aktionsführer, der auch die Gruppenführer bestellt und informiert. 4. MSdelgruppe. Meldungen bei Frau Reiff (Geschäftsstelle). 5. Bezirksgruppe Schlesien. Die bisherige Ortsgruppe Breslau ist zur Bczirksgruppe Schlesien umgebildet. Führer: vr. F r a n z Kantorowicz. Reichenbach (Schlesien). E e - schäftsstelle: Breslau. Victoriastraße 48 (Fernspr.: 36370). 6. Turnen. Wir werden auf den Iüdischey T u r n - i ltn b Sport-Club 1905 (Berlin C 2. Burgstr. 30. Fernsprecher l) 2 Weidendamm 8484) hingewiesen. Der Club soll dem Vernehmen nach nur Mitglieder nationaldeutscher Gesinnung aufnehmen. Es wird Turnen und Leichtathletik getrieben. Der Beitritt käme für ältere Mitglieder in Betracht, die sich unserer Sportgruppe (Führer: Arthur Joseph, siche oben zu 2) nicht anschließen können. Für Damen und Mädchen wird der Sportklub Hansa (Leiter: Lehrer Joseph Wachsmann, Berlin NW 37. Jagowstraße 3, Fernspr. C 9 Tiergarten 1416) empfohlen. 7. Beiträge. Es wird dringend um regelmäßige Zahlung der Beiträge ersucht. Die Zahlung kann auch in Teilbeträgen erfolgen. Auch die von den Orts- und Bezirksgruppen eingezogenen Beiträge sind nach Berlin abzuführen. da diese Beträge für die hier entstehenden Ausgaben (Unterhaltung der Geschäftsstelle. Drucksachen. Porti, Zeitschrift uswZ unbedingt gebraucht werden. Die Orts- und Bezirksgruppen sind berechtigt, für ihre örtlichen Zwecke Zuschläge von ihren Mitgliedern zu erheben. 8. Automobilbesitzer! Verbandsmitglieder, die durch die Gleichschaltung in den Autoverbänden aus) ihren bisherigen Klubs ausgegliedert wurden, haben die Möglichkeit, einem nationalen Klub, beizutreten. Auskunft und Anmeldungen; Rudolf Levin. Berlin S016, Brückenstr. 6. 9. Winterhilfe. Spenden sind zu leiten an Frau Or. Bock, Berlin NW, Klopstockstr. 23. Der Verbandrfiihrer. Für die Schriflleiluug verantwortlich: Dr. Kurt Mach ol, Berlin; Berlag: verband nationoldeatscher Juden L. V., Berlin W 35. — Druck.von Rob. Rohde Rchflg., Berlin © 86.

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