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Der nationaldeutsche Jude · 1933-08-01 · Nr. 3 (August 1933) · p. Seite 1

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Journal
Der nationaldeutsche Jude
Volume
12 (1933)
Issue
Nr. 3 (August 1933)
Date
1933-08-01
Page
Seite 1 (sequence 1)
Language
German
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Einzelnummer 10 Pfennig Herausgeber: Sch Geschäftsstelle des Verband- Bankkonto: Martin Schiff, s und Marens riftleitung: Berlin W 35, Blumeshof 9 ■ Nelken $* Lohn, Berlin W 8, Jägerstr. 9 Verband national deutscher Juden L. V. Fernsprecher: k 1 Kurfürst 0623 > Postscheck: Berlin Rr. 111231 \2. Jahrgang Lugüst 1955 r Nr. fl, schas „Aulturbund deutsche«? Iü t gibt. — Li den." — Tri win Schaefer (Hamburg): Bleibt Deutsch«? ch Grünau: Gibt e» eine jüdische Nation? - rjcüiger frübUng Ton Max iKaumann Nicht lägt der Gott von seinem heil'gen Raub, Doch will er nicht den Tod, er will di« Äraftj; Nicht will er einen Frühling welk und taub, Nein, einen Frühling, welcher treibt im Saft. Ihr habt vernommen, was dem Gott gefällt: Geht hin, bereitet Luch, gehorchet still! Ihr seid das Saatkorn einer neuen Welt: I Das ist der! Weihefrühling, den er will. i UHIand: Vcr tacruin. Haben wir in Wahrheit »ernommers, was dem Gott gefällt? Begreifen wir, was eilt heiliger Frühling bedeutet? -I Wir wissen kaum noch uir die historisch.mythische Bedeutung des Wortes, wissen nicht mehr von jenem Opferbrauch de? italischen Frühzeit, den der den sche Dichfer und völkische Sqher Ludwig Uhlqnd in seiner auch heute noch ergreifenden Ballad? „Vcr sscrum" mit der Gründung der W> ltbeherrscherin Roch verknüpft. Mit der Annahme dieses Brauchs wurde das grausig? Todesopfer, daS bis dahin einjen ganzen Frühling von Menschen. Tieren usid Pflanzen her Vernichtung preisgab. durch di^ Weihe zum Opfer des aufbauSnden LebinS abgelöst. Der Auszug des geheiligten Frühlingsgeschlechts zur Gründung eine? neuen Siedlung gab dem Opfer erst den I wahrhaft gottgefälligen Sinn. Wir! neigen uns! in Ehrfurcht vor dem Genius des unbekannten Priesters oder Führers, der jin grauer Vorzeit hiese vergeistigte Deutung fand. Er wußte^ schon damals um ein? Wahrheit, die im Laufe der Jahrtausende oft genug wieder verschüttet wurde und die wir erst heute aus den Trümmer» graben^ Und er schöpfte gewiß seine Wahrheit nickt aus geheimnisvollen Ueberlieferungen oder dunklen Schriften, sondern aus hellwache? Naturverbundenheit', denn jeder Bienenschwarm ist ein heiliger Frühling. ' Wir beginnen heute wieder zu ahn m, Ms dem Gott gefällt, beginnen wieder zu begreifen, daß er die Kraft will un nicht den Tod. Und damit steigert und läutert sich für r ns Heutige von neuem der Sinn des Weihefrühlings. Vor Jahr» tausenden war er noch in locker bevölkirten Gefilden ein körperlich aufbrechender SiedlungS- und HeereSzug. Heute, da die weißen Flecken auf den Karten selbst fernster Bezirke zusammenschrumpfen, da Flugzeug, Luftschiff, technisches Gerät allet Art und der.Wagemut kühner Menschen stündlich den Erdraum verengern, heute ist der heilige Frühling zum geistigen Aufbruch, zum Auszug aus den dumpfen Mauern ses Hergebrachten ijn das Neuland eines Reineren, klareren Lebens geworden. Auch für diesen Aufbruch gilt Uhland 8 Prophe enwort: „Denn Schlacht «Und Sturm ist Euch vorausgezeigt". - l Das Ringen des frühliyghaften Erneuerungsgeistes Mit den ^Rächten des Beharrens ist ein s^wererer Kampf, als der Len nichtungskrieg mit Schwert oder Giftgas. Aber auch dieses neue härtere Kampf muß bestanden werden, auf daß auch das andere Dichterwort zur Wahrheit werde: Das gilt für uns Mauern scheiden, sich vo sein. Und die, denen es/ heute Ueberlieferung. hüllen und si< Mitleid ihrer gedenken,(aber wir dürfen sterben, wenn sich ein Ftühling. gebiert ^Jhr seid dis Saaitkom einer neuen Welt", sche, daS igilt für uns deutsche Juden. Auch denen, die im ersten vcr sacrum aus vertrauten trennen mußten, waS sie umhegte und einlullte, — auch ihnen mag es bitter schwer geworden u schwer wird, müssen zurjickbleiben. Sie mögen sich in die wärmenden Pelze tausendjähriger röstelnd üb?r verstaubte Bücher beugen« Eines Tages werden sie absterben und wir werden in d werden durch sie den FrühlingSzug nicht aufhalten lasten. Jeder Winter mußeute gilt es, sich frei zu machen und Neuland zu suchen. Es liegt vor unseren Füßen und will erobert sein. Nichts den Tod will der Gottj er will die Kraft.

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